In diesem Jahr werden bei uns neun verschiedene Chilisorten ausgesät. Die Bestellung der Samen ging gestern raus, so können wir schon in ein paar Tagen loslegen.

Wir werden unter anderem die Vicentes Sweet Habanero als Chili ohne Schärfe anbauen. Zum Vergleich werden wir aber auch die roten und gelben Habaneros kultivieren, die dann im üblichen Schärfebereich der Habaneros liegen. Im High-End-Scoville-Bereich bauen wir die Naga Viper, die rote 7 Pot Brainstrain und die orangene Bhut Jolokia an. Daneben haben wir noch den allseits bekannten Cayenne long slim (Cayennepfeffer).

Von der Art Capsicum pubescens wird der Giant Rocoto großgezogen und zu guter Letzt darf auch der Chiltepin als Urform der Chili in der ersten Saison nicht fehlen.

Ich möchte jedes Jahr andere Chilisorten anbauen, um auf diese Weise neben den vielen Anleitungen im Netz auch Erfahrungsberichte bereitstellen zu können bezüglich Keimrate, Keimdauer, Wachstum der Pflanzen im Zeitverlauf, Aussehen der Pflanzen, evtl. Krankheitsanfälligkeit und Ertrag.

Aus der letzten Saison haben wir es geschafft, einige Fatalii bei uns in der Wohnung zu überwintern. Da das das erste Mal für mich ist, wo wir Chilis über den Winter gebracht haben, bin ich hier auch besonders gespannt, wie die Chilis sich im zweiten Jahr weiterentwickeln werden.

Meine ersten Chilis habe ich im Haus meiner Eltern, die auch einen eigenen Garten haben, gezüchtet. Im letzten Jahr haben wir zum ersten Mal versucht, Chilis in unserer Stadtwohnung im dritten Stock großzuziehen. Wir haben zwar einen Südostbalkon, jedoch ist es hier deutlich windiger als weiter draußen in einem Garten. Deswegen hatten wir letztes Jahr zwar ziemlich viele große Chilipflanzen, jedoch fielen die meisten Blüten wieder ab, bevor sie bestäubt werden konnten. Eine andere Erklärung könnte sein, dass wir einfach zu wenig Pflanzen in der Gegend haben und sich die Bienen einfach nicht für unsere Chilis interessieren. Mit der manuellen Bestäubung mithilfe eines Pinsels haben wir leider auch nicht viel erreichen können.

Der Plan für dieses Jahr sieht deshalb vor, dass es eine Kooperation mit meinem Bruder geben wird, der ein aktuell ungenutztes Gewächshaus hat, in das wir unsere Chilis im Frühling umpflanzen werden. So bekommen die Chilis auch insgesamt mehr Sonne und sind vom Wind geschützt, wodurch ich wieder eine deutlich größere Ernte als im letzten Jahr erwarte. Parallel werden wir ein paar Pflanzen in unserer Wohnung behalten, dass wir am Ende vergleichen können, wie sie sich bei unterschiedlichen Bedingungen entwickeln. Außerdem sind Chilis auch sehr schöne Zimmerpflanzen, weshalb es sich auch unabhängig von der Ernteaussicht immer lohnt, ein paar solcher Pflanzen in den eigenen vier Wänden stehen zu haben.