Liebe Leser,

willkommen auf meinem Blog. Ich berichte hier regelmäßig über Themen rund um den Chili. Für mich sind Chilis mit all ihren unterschiedlichen Sorten die Früchte, die mich von allen am meisten faszinieren. Einerseits durch ihr riesiges Geschmacksspektrum, andererseits durch die Zucht von immer neuen Hybridformen weit jenseits der herkömmlichen Schärfegradskala.

Die schärfsten und auch ersten Chilis, die ich bislang selbst gezüchtet habe, waren die Trinidad Scorpion yellow. In meinem Bekanntenkreis wussten sie sofort zu überzeugen und auch mir hat sich damit eine ganz neue Sicht auf die Chilis eröffnet. Zwar sollen die Früchte mit ca. 800.000 Scoville daherkommen, jedoch konnte auch bereits eine Achtel Frucht einen ganzen 5-Liter-Chili-con-Carne-Topf sowohl scharf werden lassen, als auch seine eigene fruchtige Geschmacksnote hinterlassen.

Je mehr ich mich mit Chilis beschäftigt habe, umso mehr wurde mir klar, was ich in meinem vorherigen Leben auf kulinarischer Seite verpasst habe. Früher verstand ich unter „Chili“ immer nur ein scharfes Pulver oder eine kleine rote Schote, die in erster Linie das Essen scharf machen sollte. Der Eigengeschmack war eher nebensächlich. Ich denke, der großen Mehrheit da draußen wird diese Erkenntnis für immer verborgen bleiben, da ein Chilitasting für die meisten wohl eher nicht in Frage kommen wird.

Ich will es mir daher in diesem Blog zur Aufgabe machen, unter anderem den Part des Tastings zu übernehmen und entsprechende feurige Rezepte zu kreieren und mit Euch zu teilen. Außerdem werde ich die Fortschritte meiner alljährlichen Chilizucht regelmäßig dokumentieren, hier und da ein bisschen Rundumwissen vermitteln und wenn es sich anbietet, auch mal die ein oder andere Produktionsstätte besuchen und darüber berichten. Im Laufe der Zeit werden mir sicher noch weitere Ideen für abwechslungsreichen Chilicontent einfallen.

Mein größtes und dauerhaft begleitendes Projekt wird es sein, ein schärfeunabhängiges Geschmacksprofil über alle möglichen Chilis hinweg zu erstellen. Da die meisten Rezepte im Internet die Chilis, die verwendet werden sollen, nicht näher definieren, möchte ich damit erreichen, dass jeder selbst einschätzen kann, ob er lieber eine Thai Chili oder eine Habanero oder etwas ganz anderes in das Chicken Curry geben möchte. Hierzu will ich versuchen, möglichst viele Leute zum Testen zu bewegen, um mithilfe von arithmetischen Durchschnittsbewertungen den jeweiligen Chilis eine möglichst objektive Geschmacksbeurteilung zuweisen zu können.

Der Name „Chiliput“ leitet sich von der Insel „Liliput“ aus dem Roman „Gullivers Reisen“ von Jonathan Swift ab. Ich stelle mir meinen Blog wie eine Insel vor, auf der alle Chilis beheimatet sind und wir als „Chiliputaner“ uns um das Wohlergehen dieser Pflanzen bemühen, um sie im Herbst ernten zu können. Es gibt einen Bereich auf der Insel, da werden die Chilis zu Saucen verarbeitet und es gibt Gaststätten, in denen man scharfe Speisen angeboten bekommt. Ebenso gibt es die Festspiele, auf denen die Chilis und Chilisaucen roh verzehrt werden, bis der letzte ausgeschieden ist.

Die Motivation zu diesem Blog resultiert aus meiner eigenen Begeisterung für die Chilifrucht heraus und aus der Hoffnung, dass ich noch viele weitere mit diesem Hobby begeistern kann – sei es zum Züchten, Kochen, Experimentieren oder auch für Schärfechallenges. Gleichzeitig will ich mich auch selber motivieren, mich noch intensiver mit der Familie der Chilipflanzen auseinanderzusetzen und regelmäßig dazuzulernen.

Mein Name ist Matthias Hesse, hauptberuflich bin ich Ingenieur für Versorgungstechnik in einem Krankenhaus. Nebenher verdiene ich hobbymäßig noch Geld als Fahrradkurier für Essenslieferungen, da ich durch Corona in den Individualsport gedrängt wurde und ich so eine Leidenschaft fürs Fahrradfahren an mir entdeckt habe. Ansonsten betreibe ich noch Brazilian Jiu-Jitsu – eine Kampfsportart ohne Schlag- und Tritttechniken, die vom japanischen Jiu-Jitsu abstammt und auf Wurftechniken und Bodenkampf ausgelegt ist.

Ich wohne zusammen mit meiner Freundin in der Berliner Innenstadt, fahre aber regelmäßig zum Urlaub in die Alpen, um im Winter Ski zu fahren und im Frühling, Sommer oder Herbst mit meinem Gleitschirm abzuheben und in die Vogelperspektive zu wechseln.