Letztes Wochenende war ich in Hamburg, daher habe ich die Samen, die eigentlich zum Wochenende schon da waren, erst Montagabend aus dem Briefkasten geholt. Am späten Abend fiel mir auf, dass wir keinen Kamillentee mehr im Haus hatten. Gerade war ich motiviert, die Samen im Kamillentee einzulegen, da kamen mir die Supermärkte in die Quere. Normalerweise hat REWE bis 11 Uhr offen, aber coronabedingt gerade jetzt nur noch bis 22 Uhr. Es war 22:05 Uhr… Auch Gorillas und Flink haben keinen Kamillentee im Sortiment. Daher hieß es dann in den sauren Apfel beißen und einfach noch einen Tag warten.

Dienstagabend schließlich hatten wir alles da, dass ich endlich loslegen konnte. Viel war ja erstmal nicht zu tun, aber natürlich sollte alles fein säuberlich getrennt voneinander im Tee eingelegt werden. Warum ausgerechnet Kamillentee? Im Unterschied zu warmem Wasser oder anderen Teesorten sagt man dem Kamillentee eine antibakterielle und fungizide Wirkung nach, wodurch Schimmelsporen an den Samen abgetötet werden bevor sie ausgesät werden. Somit kann die Erfolgsquote gesteigert werden.

Auf allen Samentüten steht „10 Samen“, aber es waren elf bis vierzehn enthalten , bei der Cayenne long slim sogar ganze siebenundvierzig!

Bei den Vorbereitungen auf den nächsten Tag – also heute – fiel mir auf, dass ich keine Aussaaterde mehr hatte. Also bin ich zum OBI bei mir in der Gegend gegangen, um mir in der Gartenabteilung 3 Liter Aussaaterde zu besorgen. Dadurch, dass insbesondere die Cayenne long slim mit deutlich mehr Samen als ursprünglich erwartet ankam und ich gerne alles einsäen wollte, was geht, habe ich gleich noch zwei neue abdeckbare Anzuchtkästen für Kokossubstrat und eine Packung mit 50 Kokossubstrattabletten mitgenommen. Heizmatten für die Anzuchtkästen gab es nicht, also habe ich bei Amazon zwei Heizmatten bestellt, die bereits heute Nachmittag eingetroffen sind. Ein Hoch auf Amazon Prime an dieser Stelle! (keine Werbung)

Wo nun heute Abend alles da war, was ich brauchte, konnte es endlich losgehen. Zu Beginn habe ich heute erstmal den Tee abgegossen und die Samen auf Küchenpapier gelegt. Dadurch werden die Samen wieder ein wenig abgetrocknet, wodurch sie beim Einsäen nicht so sehr an den Fingern kleben wie sonst.

Bloß nichts verwechseln! Beschilderung bei jedem Schritt ist das A und O am Anfang

Danach ging es sofort weiter. Die Heizplatte mit den 7 Minianzuchtkästchen von Garland, die ich bislang immer verwendet habe, kommt natürlich auch dieses Jahr wieder zum Einsatz. Leider musste ich jedoch ziemlich bald feststellen, dass die 3 Liter Aussaaterde nicht ausreichend waren. Für die Höhe der Samenkörner hat es noch ausgereicht, bei der Schicht oberhalb der Samenkörner kam ich allerdings beim besten Willen nicht mehr auf den halben Zentimeter Dicke, der sich in den vergangenen Jahren bei mir bewährt hat. Also fehlte doch noch etwas… Der Abend war noch jung, also nichts wie ab aufs Rad und schnell nochmal zum OBI.

Hat nicht ausgereicht. Ich musste die Aussaaterde ein zweites Mal kaufen, ohne zu wissen, was sie tatsächlich taugt

Zurück in der Wohnung konnte ich endlich auch die restlichen Arbeiten verrichten. Das Kokossubstrat ging gut mit dem Wasser auf, ich sollte allerdings dazu erwähnen, dass das meine erste Erfahrung mit Kokosquelltabletten ist. Genauso kenne ich diese Kräuter- und Aussaaterde von OBI auch noch nicht. Aus diesem Grund habe ich die Samen so verteilt, dass keine Chilisorte ausschließlich in einer dieser beiden Varianten aufwächst.

Um Verwechslungen vorzubeugen habe ich die Kästen beschriftet und in den Minianzuchtkästchen die Grenzbereiche zwischen zwei Sorten mit Zahnstochern markiert. Nach drei Stunden Arbeit habe ich es geschafft, insgesamt 11 Habanero yellow, 11 Giant Rocoto, 11 Seven Pot Brainstrain, 12 Naga Viper, 12 Vicentes Habanero Sweet, 12 Habanero red, 13 Chiltepin, 14 Bhut Jolokia und 47 Cayenne long slim einzusäen. Zusammen ergibt das maximal 143 Chilipflanzen, die ich bei hundertprozentiger Keimrate erhalten könnte. Für unsere Wohnung und das kleine Gartengewächshaus ist das natürlich deutlich zu viel, aber dadurch, dass ich nun pro Pflanze über zehn Samen gesät habe, habe ich eine größere Auswahl, welche Pflanzen ich behalten möchte und kann tendenziell eine bessere Auswahl großziehen als ich mit nur der Hälfte der ausgesäten Samen gekonnt hätte.

Zum Schluss habe ich nochmal alles gegossen bevor ich unsere Fensterbank mit den drei Kästen komplett belegt habe. Die Heizmatten und die Heizplatte sind alle am Strom angeschlossen und sorgen für die optimale Keimtemperatur. Nun bin ich gespannt, wann sich die ersten Keimblätter blicken lassen und welche Chilipflanze dabei das Rennen macht.