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Was tun, wenn wir zu scharf gegessen haben?

Diese Frage haben wir uns alle schon einmal gestellt. Auch wenn wir meinen, die Antwort zu kennen, kommt es doch immer wieder zu Situationen, in denen keine Milch im Kühlschrank steht.

Der zweitschärfste Chili der Welt: Trinidad Moruga Scorpion mit knapp 2 Mio. Scoville

Es gibt viele Möglichkeiten, die über die verschiedensten Mechanismen den Schärfeschmerz lindern können. Wenn ihr diesen Artikel bis zum Schluss gelesen habt, wisst ihr in jeder Situation, welche Möglichkeiten euch wirklich alle zur Verfügung stehen, um euch oder anderen zu helfen.

Fangen wir mit dem bekanntesten Prinzip an: Fett

Capsaicinoide wie Capsaicin bestehen chemisch betrachtet aus einer Vanilloidgruppe, einer Peptidbindung und einer Fettsäure. Die Vanilloidgruppe löst den Hitzereiz aus, die Fettsäure führt zu der wasserabweisenden Eigenschaft. Gleichzeitig kann diese Fettsäure sich aber sehr gut an andere Fette binden, wodurch auf der anderen Seite die Vanilloidbindung an den Rezeptor gestört wird. Entsprechend lässt der Schmerz nach.

Wirksam sind demzufolge fetthaltige Produkte wie Milch oder Kakao, Milcheis, Käse, Joghurt, Quark, Öl, Margarine, Butter, Mayonnaise, Kokosmilch oder fettiges Fleisch. Je höher jeweils der Fettgehalt in den Produkten ist, umso besser. Weicher Käse ist besser geeignet als harter, da Hartkäse sich nicht so leicht verteilt.

Neben Fett wirkt auch Casein – das Protein aus Milchprodukten – capsaicinbindend. Das spricht ebenso für die bereits erwähnten Produkte Milch, Kakao, Milcheis, Käse, Joghurt und Quark. Es erklärt auch, wieso ihr nicht unbedingt eine Vollmilch haben müsst. Genauso zeigt auch fettarme Milch ihre Wirkung. Trotzdem gilt natürlich in beiden Bereichen – dem Fettgehalt und dem Caseingehalt: viel hilft viel.

Der dritte bekannte Capsaicinbinder ist Alkohol. Schade nur, dass Alkohol auch eine andere Wirkung hat, die uns die Verwendung im Alltag nicht immer möglich macht. Aber auch nach der Arbeit sind abhängig von der Schärfe des Essens schnell einige Zentiliter Schnaps nötig, um wirklich genug Schärfe zu binden. Neben der Wirkweise als Capsaicinbinder und Zellgift wirkt Alkohol auch betäubend, was der Effizienz zur Schmerzbekämpfung zugutekommt. Dasselbe gilt auch für Hopfen. Daher könnte unter Umständen auch ein Bier helfen, wenn ihr nicht ganz so viel Alkohol trinken wollt. Auch in alkoholfreiem Bier ist Hopfen enthalten.[1]

Wo wir vom Prinzip der Schmerzlinderung durch Beruhigungsmittel in Lebensmitteln sprechen, stelle ich euch hier meinen Geheimtipp für euch vor: Chinin.

Chinin ist Bestandteil von bitteren Getränken wie Bitter Lemon und Tonic Water. Chinin wirkt leicht lokal betäubend.[2] Im Rahmen einer Party würde sich an dieser Stelle auch Gin-Tonic anbieten. Dann hättet ihr den capsaicinbindenden Effekt von Alkohol mit den schmerzlindernden Effekten von Alkohol und Chinin kombiniert. Ein weiterer entscheidender Bestandteil in Bitter Lemon und Tonic ist Zucker. Zucker lenkt unsere Wahrnehmung auf den süßen Geschmack und hebt die Schmerzschwelle unserer Rezeptoren signifikant an.[3] Auch andere süße Lebensmittel können also schmerzlindernd wirken.

Weißbrot hilft aufgrund seiner Struktur, die an einen Schwamm erinnert. Wir entwickeln viel Speichel, wenn wir Weißbrot essen. Dadurch saugt es sich damit voll, aber nimmt dabei auch das Capsaicin auf, das es von unseren Schleimhäuten kratzt. In Kombination mit einem capsaicinlöslichen Stoff kann ein recht gutes Ergebnis erzielt werden. In Fachkreisen wird ein ungetoastetes Toastbrot mit Mascarpone empfohlen, da Mascarpone einen besonders hohen Fettgehalt hat.[4]

Extrem scharfes Essen

Bei extrem scharfem Essen, wie zum Beispiel dem Verzehr einer puren Habanero oder einer noch schärferen Schote, solltet ihr euch nur auf eine kleine Auswahl von Methoden beschränken, wenn es euch möglich ist. Es gibt zwei Besonderheiten, die hier zum Tragen kommen: Einmal haben wir mehr Capsaicin im Mund als unsere Rezeptoren überhaupt noch aufnehmen können und außerdem kann sich extrem scharfes Essen auch im Magen bemerkbar machen. Dies geschieht in Form von sehr unangenehmen Magenkrämpfen, die über Stunden andauern können.

Zum ersten Punkt kann ich euch persönlich von den meisten flüssigen Substanzen eher abraten. Durch die enorme Menge an Capsaicin in der Mundhöhle werdet ihr nicht alles Capsaicin binden können und verteilt die Schärfe eher noch weiter, wie wenn ihr Wasser trinken würdet. Wenn ihr sehr viel auf einmal trinken könnt, mag dieser Einwand ggf. ungerechtfertigt sein 🙂

Ganauso spricht nichts dagegen, wenn ohnehin bereits alles brennt, unter laufendem kalten Wasser am Wasserhahn den vorderen Teil der Zunge zu spülen. Solange das kalte Wasser an den Schleimhäuten und an der Zunge kalt ist, setzt das Hitzeempfinden aus, da dieselben Rezeptoren nun stattdessen den Kältereiz übermitteln. Eine Lösung ist das nicht, aber es verschafft euch sowas wie eine Pause.

Das Problem mit dem Magen ist in der Regel erst so weit verzögert, da brennt es schon gar nicht mehr im Mund. Wenn es soweit ist, dass sich der Magen verkrampft, kann immer noch Tee oder ähnliches helfen. Damit es aber gar nicht so weit kommt oder zumindest nur in abgemilderter Form, solltet ihr Weißbrot, süße und saure Lebensmittel und gesättigte Fettsäuren so weit es geht meiden![5][6]

Die Magenkrämpfe entstehen durch die Bildung von Histamin in unseren Mastzellen. Dazu habe ich bereits neulich einen Beitrag veröffentlicht. In der Magenschleimhaut kommen sehr viele Mastzellen vor, wodurch der Körper hier sehr viel Histamin ausschütten kann. Der Magen reagiert auf Histamin mit einer übermäßigen Produktion von Magensäure und erhöhter Muskelaktivität, was wiederum zu den besagten Magenkrämpfen führen kann. Die eben genannten Lebensmittel würden die Magensäureproduktion noch weiter ankurbeln, was kontraproduktiv wäre.

Gesucht sind also unterm Strich Lebensmittel, die viele pflanzliche Fette oder viel Casein enthalten. Alkohol, gesättigte Fettsäuren und Weißbrot und alles flüssige wird ausgeklammert. Pure Margarine wäre optimal, aber für den Großteil von euch und auch für mich ungenießbar. Tatsächlich empfehlenswert sind unter diesen Gesichtspunkten nur fettarme kaseinhaltige Milchprodukte wie Quark, Skyr oder Hüttenkäse, da diese zu keiner erhöhten Magensäureproduktion führen und zeitgleich Capsaicin binden, ohne es zu verteilen.

Wenn es komplett unerträglich sein sollte und ihr das alles nicht da habt, könnt ihr natürlich auch in diesem Fall auf die fetthaltigen, nicht flüssigen Produkte oder das Weißbrot zurückgreifen, aber solltet euch dann sehr gut überlegen, ob ihr das dann runterschlucken oder besser wieder ausspucken wollt. Der Nachhaltigkeit zuliebe würde ich hierzu nur im absoluten Notfall raten.

Wenn ich unterwegs bin und ich habe gar nichts zur Hand, womit ich den Schmerz lindern kann, kann auch „einfach Ausharren“ eine Methode sein. Oft brennt nur ein bestimmter Teil unserer Zunge in besonderem Maße und wenn 5 bis 10 Minuten um sind, ist der Schmerz bereits sehr viel schwächer und gut erträglich geworden. Mit dem Wissen im Hinterkopf, dass das eine überschaubare Zeitspanne ist, lässt es sich auch einigermaßen ertragen.

Wichtig ist prinzipiell immer beim sehr scharfen Essen – insbesondere, wenn wir nicht wissen, wie scharf es wirklich wird – bewusst zu atmen. So könnt ihr verhindern, dass ihr Schluckauf bekommt und insbesondere auch keine Atemnot zu erleiden habt.

Quellen

Inventur: Wie viele Pflanzen sind diese Saison dabei?

Die Aussaat liegt bereits 31 Tage zurück, also einen guten Monat. Zeit also, ein erstes Fazit zu ziehen. Wie ich in einem anderen Beitrag schon erwähnt habe, kann immer noch eine Überraschung auch noch später folgen, aber der Großteil der keimfähigen Samen dürfte nun gekeimt haben.

Ich habe in unregelmäßigen Abständen ab und an die Bodentemperatur gemessen, die immer im Bereich von 25 bis 28,5°C lag. Die großen Anzuchtkästen auf den Heizmatten sind etwas kühler (24-26,5°C), die kleinen Anzuchtkästchen auf der Heizplatte wärmer (26-28,5°C). Die kühleren Temperaturen liegen am Rand, die wärmeren mittig. Festzuhalten ist, dass das gesamte Spektrum der bei mir vorherrschenden Temperaturen im Temperaturbereich liegt, in dem Chilisamen zu keimen beginnen.

Leider kam trotz allem nicht die erhoffte Keimrate zustande. Ich gehe davon aus, dass ich kein gutes Saatgut hatte für die Sorten Habanero yellow, 7 Pot Brain Strain red, Bhut Jolokia orange und Vicentes Sweet Habanero. Von all diesen Sorten kamen genau zwei Keimlinge der Habanero yellow raus, während ich bei den anderen drei Sorten wohl in der nächsten Saison wieder mein Glück von Neuem werde versuchen müssen. Leider ist auch die eine gelbe Habanero am vergangenen Wochenende ausgetrocknet, als vier Tage lang urlaubsbedingt niemand zu Hause war. Alle anderen haben es überlebt.

Der gelben Habanero geht es nicht mehr so gut

Am schnellsten kamen zu Beginn die roten Habaneros zum Vorschein. Sie haben sich allerdings seitdem zu sehr auf ihrem anfänglichen Vorsprung ausgeruht, sodass sie immer noch kein ausgebildetes erstes Blattpaar haben. Hier sind stattdessen mittlerweile die Cayenne long slim die Vorreiter. Auch ein Exemplar der Naga Viper hat bereits ein erstes Blattpaar entwickelt. Ich kann aber auch berichten, dass der Ansatz der ersten Blätter schon bei sehr vielen Chilis zu beobachten ist. Vom Cayenne sind 13 Samen gekeimt, vom roten Habenero 10 und 6 Pflanzen der Naga Viper haben es geschafft.

Mir fiel auf, dass die ersten Keimlinge in der Aussaaterde kamen, also in den kleinen Anzuchtkästchen mit der tendenziell höheren Temperatur. Die Sortenvielfalt  und die Keimrate ist aber letztendlich in den großen Anzuchtkästen mit den Kokosquelltabletten und etwas niedrigerer Temperatur größer. Aus der Erfahrung der letzten Jahre hatte ich sonst eigentlich immer eine sehr gute Erfolgsrate mit der Aussaaterde.

Ich werde demzufolge wohl nächstes Jahr bei der Aussaat wieder Löcher bohren, die Samen hineinlegen und die Erde darüber zusammenschieben. Dieses Jahr hatte ich ja eine komplette Erdschicht drübergestreut und angedrückt. Ich kann mir gut vorstellen, dass dadurch der Samen fester unter der Erde liegt und weniger Sauerstoff an ihn herankommt, was die Keimerfolgschance verringert. Im Laufe des Monats habe ich allerdings auch nachträglich den Boden zwischendurch nochmal etwas aufgelockert und da tut sich leider immer noch nichts. Die roten Habaneros haben allerdings eine 100%ige Keimrate in der Aussaaterde, was bedeutet, dass es bei gut erhaltenem Saatgut eigentlich egal sein sollte.

Überalterung, Feuchtigkeit oder andere äußere Beanspruchungen bei Lagerung oder Transport könnten die Ursache für nichtkeimfähiges Saatgut sein. Dass die Samen allesamt von reifen Früchten stammen, davon gehe ich aus bei dem Lieferanten. In der Vergangenheit habe ich auch immer alle meine Samen dort bestellt und hatte bisher nur einmal den Fall, dass eine Sorte nicht rausgekommen ist.

Wo wir gerade bei der Keimrate sind: Von den 12 roten Habaneros sind alle sechs in Der Aussaaterde und 4 von 6 im Kokossubstrat aufgegangen. Von der Naga Viper wächst nur eine in der Aussaaterde und 5 im Kokossubstrat. Die gelben Habaneros sind auch aus dem Kokossubstrat gekommen. Den Nachteil, dass das Kokossubstrat nicht so viel Wasser speichern kann wie die Aussaaterde, hat die eine von denen leider am eigenen Leib zu spüren bekommen 🙁

Zum Schluss will ich auch die 3 Chiltepinkeimlinge nicht unerwähnt lassen. Die sind ebenso alle im Kokossubstrat gewachsen. Hierbei will ich noch anmerken, dass nicht alle Keimlinge eine vielversprechende Figur abgeben, aber alles, was draußen ist, zählt erstmal.

Leicht unterentwickelt sieht dieses Exemplar aus. Allerdings kann man einen Ansatz von Blättern erkennen, weshalb ich positiver Dinge bin, dass das noch etwas wird mit diesem Chiltepin

Außerdem ist auffällig, dass die anderen beiden Keimlinge wohl eine emotionale Verbindung zu ihrer Samenschale aufgebaut haben, dass sie die immer noch mit sich herumtragen. Eine der Pflanzen bildet bereits ihr erstes Blattpaar aus, während die Samenschale die Keimblätter immer noch zusammenhält. Die Pflanze aus meinem Beitrag zum Thema Keimvoraussetzungen hält ihre Samenschale noch immer mit der letzten Ecke ihres einen Keimblatts weiter fest.

Meine Giant Rocotos haben es auch zu dritt ans Licht geschafft. Bei denen und bei den Cayenne-Pflanzen ist jedoch keine Tendenz zu erkennen, in welchem Substrat sie sich besser entwickeln konnten.

Die überwinterten Fataliis konnten leider auch nicht alle überleben. Es gab einen Pilzbefall und ich habe die Pflanzen auf unterschiedliche Weise behandelt. Zwei sind dadurch aus dem Rennen und drei hab ich noch. Genaueres dazu werde ich zu einem späterem Zeitpunkt schreiben, wenn ich die Entwicklung der noch lebenden Pflanzen noch länger beobachtet habe.

Unterm Strich habe ich 36 Keimlinge und 3 Pflanzen. Von den Keimlingen haben 14 bereits ein erkennbares erstes echtes Blattpaar. 10 davon sind Cayenne, 2 Naga Viper, eine ein Chiltepin und die letzte ein Giant Rocoto. Die meisten anderen lassen zumindest einen Ansatz eines ersten Blattes erkennen.

Das Team „Cayenne long slim“ zeigt, wie es geht. So weit entwickelt ist sonst keine andere Sorte bisher.

5 Keimlinge sehen in meinen Augen noch etwas verkümmert aus. 4 davon sind Cayenne – davon habe ich eh genug notfalls – und einer der bereits angedeutete Chiltepinkeimling. Auf der anderen Seite sind ein Naga-Viper-Keimling und alle roten Habaneros etwas vergeilt, was für zu viel Wärme bei wenig Licht spricht. Deswegen lasse ich die Deckel der Anzuchtkästen jetzt erstmal weg. Vergeilt sagt man, wenn Pflanzen sehr lang, aber wenig kräftig gewachsen sind und dadurch drohen umzuknicken. Beim Pikieren kann ich die Stängel aber dann tiefer im Boden einsetzen und dann ist das in dem frühen Stadium noch nicht ganz so kritisch. Wenn es soweit ist, dass die Jungpflanzen umgesetzt werden, gibt es sowieso wieder einen neuen Beitrag von mir dazu.

Lang und dünn: Ein Habanero muss bereits Hilfestellung geben, dass sein Artgenosse nicht umkippt.

Soweit der aktuelle Stand. Ich hoffe also, dass mir zumindest die Sorten, die hier jetzt bereits am Wachsen sind, auch alle über die Saison hinweg erhalten bleiben.

Wieso sind Chilis scharf und wie machen sie uns glücklich?

Chilis sind scharf. Jedenfalls die meisten. Die einen mehr, die anderen weniger. Warum Chilis überhaupt scharf sind und wieso sich bei einigen das Pepper-High einstellt, möchte ich euch gerne aus biologischer Sicht beantworten.

Vermutlich habt ihr schon alle einmal vom Capsaicin gehört, aber wenn man es hier genau nehmen will, ist Capsaicin nur einer der Hauptvertreter der Capsaicinoide, die den Chilis ihre Schärfe verleihen. Es gibt noch eine große Menge weiterer Capsaicinoide, aber die wichtigsten anderen sind bei Chilis Dihydrocapsaicin und Nordihydrocapsaicin.

Diese drei Stoffe sind die, die entscheidend zur Gesamtschärfe einer Chili beitragen, während die anderen eine zu vernachlässigende untergeordnete Rolle spielen.[1] Alle haben gemeinsam, dass sie in ihrer chemischen Struktur Vanilloide sind, also eine Vanilloidgruppe enthalten. Mit der Vanilloidgruppe können sie an unseren Vanilloidrezeptoren TRPV1 (Transient Receptor Potential Vanilloid 1) andocken. TRPV1 ist ein Protein, das sich in der Membran der Schmerzrezeptoren befindet und so groß ist, dass es dicker als die Membran selbst ist.[2] Schmerzrezeptoren sind Endigungen von Nervenfasern, die thermische, chemische und mechanische Reize über elektronische Signale ans Rückenmark weiterleiten. Sie werden auch als Nozizeptoren bezeichnet.

Aufgrund ihrer Größe können 4 TRPV1-Einheiten zusammen einen Ionenkanal bilden, durch den bei Stimulation Kationen von außen in die Nervenzelle gelangen.[3] Den Ionenkanal könnt ihr euch als ein Loch in der Membran vorstellen. Wenn dass passiert, wirken die Kationen depolarisierend auf die Nervenzelle und als Reaktion sendet sie ein Signal in das Hinterhorn im zentralen Nervensystem. Von dort wird das Signal weiter an unser Gehirn geleitet. Erst dadurch merken wir selber, dass es brennt.

TRPV1 kann aktiviert werden, wenn das Essen zu sauer (pH <6) oder zu heiß (>42°C) ist, aber reagiert genauso, wenn Capsaicinoide andockenAuch das Alkaloid Piperin, das wir aus schwarzem Pfeffer kennen, wirkt auf denselben Schmerzrezeptor, jedoch deutlich schwächer.[4] Die Schärfe von Ingwer, Zwiebeln, Senf, Knoblauch und Wasabi wirkt auf andere Rezeptoren im Körper.

Neben dem Hitzesignal schüttet der Nozizeptor als Reaktion auf den Kationenstrom Substanz P aus – ein Neuropeptid, das Schmerzen bei uns auslöst.[5][6]

Wie vermittelt uns Substanz P, dass wir Schmerzen haben?

Unser Bindegewebe besteht aus ortsansässigen Zellen und freien, mobilen Zellen. Zu den mobilen Zellen gehören unter anderem auch die Mastzellen. Diese speichern unter anderem Histamin, was bei Kontakt von Substanz P mit der Zelle freigesetzt wird.[7] Histamin ist ein Hormon, dass in unserem Körper bewirkt, dass sich die Blutgefäße weiten und dadurch mehr Blut an den betroffenen Stellen fließt. Dabei sorgt es für die üblichen Entzündungsreaktionen wie Hautrötungen und eine höhere Empfindlichkeit der betroffenen Stellen.[8] Durch die erhöhte Durchblutung wird es hier auch tatsächlich wärmer.

Außerdem dockt auch das Histamin wieder an unserem Nozizeptor an, jedoch an einem anderem Rezeptor – einem, der keine Hitze-, sondern Schmerzsignale auslöst. Entsprechend kommt bei uns immer erst das Signal für Hitze und verzögert das Signal für Schmerzen bei uns an.[9]

Essen wir wiederholt Chilis oder andere capsaicinhaltige Speisen oder Saucen, dann gewöhnen wir uns an diesen Schmerz. Allerdings gewöhnen sich genauer gesagt unsere Nozizeptoren, denn sie schütten bei regelmäßiger Stimulierung immer weniger Substanz P als Reaktion aus, dafür dann aber umso mehr körpereigene Opioide wie z.B. Endorphine.

Die Opioide sind der Grund für das Pepper-High, also die Euphorie, die sich bei sehr scharfem Essen einstellen kann. Außerdem sind die Opioide auch der Grund für den schmerzlindernden Effekt, der Chilis nachgesagt wird. Dieser wirkt natürlich auch gegen den Hitzeschmerz selbst.[10]

Da Opioide ebenso bekannt für ihr hohes Suchtpotential sind, stellt sich zuletzt noch die Frage, ob Chilis süchtig machen können.

Hier kann ich erstmal Entwarnung geben. Anders als bei Drogen und Schmerzmitteln fügt ihr euch bei Chilis keine zusätzlichen Opioide zu, sondern am Ende wirken ausschließlich die körpereigenen Endorphine. Somit besteht keine Gefahr für eine Substanzabhängigkeit, wohl aber für eine Verhaltensabhängigkeit. Euer Gehirn lernt, dass es ein gutes Gefühl in euch auslöst, wenn ihr Chilis esst – zumindest dann, wenn ihr bereits so „trainiert“ seid, dass ihr ein Pepper-High bekommt. Am Ende liegt es aber an euch, wie suchtanfällig ihr seid. Durch körpereigene Substanzen ist die Abhängigkeitsgefahr jedenfalls weitaus geringer als bei Opioiden, die ihr euch auf andere Weise zuführt.[11]

Quellen

Chilis keimen nicht

Wir alle denken schon bei der Beschaffung der Samen an die leckeren reifen scharfen Früchte, die die Chilipflanzen später mal hervorbringen werden. Auf dem Weg dahin ist aber Geduld gefragt und meistens läuft am Ende nicht alles so, wie wir es uns zu Beginn vorgestellt haben.

Die erste Hürde, die zu überwinden ist, ist die Keimung der Samen. In diesem Zusammenhang fällt häufiger der Begriff der Keimrate, der den prozentualen Anteil der gekeimten Chilis im Verhältnis zu den ausgesäten meint. Nicht aus jedem Samen entsteht eine Pflanze, aber was könnt ihr machen, um die Keimungen zu begünstigen?

Bei mir sind bisher 6 von 9 Sorten aufgegangen. Auf die Bhut Jolokia orange, die 7 Pot Brainstrain red und die Vicentes Sweet Habanero warte ich noch immer. Die Aussaat ist jetzt zweieinhalb Wochen her, also habe ich auch noch ein Zeitfenster, in dem noch was passieren kann. Erst nach einem Monat fange ich langsam an, die Sache aufzugeben.

Was sind die Gründe? Welche Bedingungen könnten angepasst werden, um das bestmögliche Ergebnis der Keimung zu erzielen? Dazu werfen wir zunächst einmal einen Blick auf die Theorie.

Chilis sind Dunkelkeimer. Das heißt, sie keimen nur, wenn es dunkel ist. kurzwelliges Licht wirkt keimhemmend, weswegen die Samen nicht zu dünn mit Erde bedeckt sein sollten.[1] Dunkelrotes, langwelliges Licht kann die Erde durchdringen und wird auch für die Keimung benötigt.[2]

Darüber hinaus sind Wasser, Wärme und Sauerstoff wichtig, um die Keimung zu bewirken.

Mit zu wenig Wasser quellen die Samen nicht ausreichend auf. Deswegen bietet sich hier an, die Samen 24-48 Stunden vor der Aussaat in warmem Wasser oder besser Kamillentee einzulegen. Aber auch nach der Aussaat solltet ihr den Boden ausreichend feucht halten, denn wenn die Samen zu trocken sind, ist eine Keimung gar nicht möglich. Genauso sollte es nicht zu nass werden – insbesondere muss Staunässe vermieden werden, damit sich kein Schimmel bildet.

Ein über längere Zeit andauernder Temperaturbereich von ca 22-30°C gibt dem Chilisamen die Sicherheit, dass die Rahmenbedingungen für die Keimung und auch das anschließende Wachstum passend sind. Ist das nicht gegeben, bleibt der Samen verschlossen.

Zu guter Letzt muss Sauerstoff an den Samen gelangen. Sind die Samen zu fest angedrückt oder befinden sich in zu dichter Erde, haben Samen keine Chance, den nötigen Sauerstoff für den Abbau der Reservestoffe nutzbar zu machen. Nur so kann der Stoffwechsel eingeleitet werden.

Wenn die Samen schließlich keimen, bilden sich erst die Wurzeln und dann der Spross. Teilweise trägt der Spross die Samenschale mit seinen Keimblättern nach oben. Das sieht dann nicht ganz normal aus, ist aber auch nicht weiter schlimm.

Mein Chiltepinkeimling mit Samenschale an den Keimblättern. Die Schale wird bald auch noch abfallen.

Die Keimblätter betreiben so lange Photosynthese für die Chilipflanzen bis die ersten echten Blattpaare gewachsen sind. Dann bilden sich die Keimblätter langsam zurück und überlassen den anderen Blättern die komplette Aufgabe des Stoffwechsels.[3]

Wir können daraus den Schluss fassen, dass wir die Samen am besten ein oder zwei Tage einweichen, nach der Aussaat feucht halten, aber nicht zu stark wässern. Sind die Samen bereits ausgesät, würde ich sie nicht nochmal ausbuddeln und einlegen, weil die ja jederzeit trotzdem mit der Keimung beginnen können. In der Regel dauert es nur ein paar Tage länger, solange sie ausreichend viel Wasser haben.

Bei der Aussaat dürfen die Samen weder mit zu viel, noch mit zu wenig Erde bedeckt werden. Optimal sind ca. 0,5 cm unter der Erde. Außerdem dürft ihr die Erde nicht zu fest andrücken, damit die Samen Sauerstoff bekommen. Ein bisschen angedrückt sollte die Erde trotzdem werden, damit die Wurzeln auch einen festen Halt finden können.

Dann könnt ihr prüfen, ob die Bodentemperatur für die Samen im angemessenen Temperaturbereich liegt. Ist es zu warm, könnt ihr etwas zwischen die Heizmatte und den Anzuchtkasten legen, wodurch der Abstand zwischen Wärmequelle und Samen vergrößert bzw. die Wärmeübertragung leicht abgeschirmt wird. Wenn die Temperatur zu niedrig ist, reicht die Wärmeleistung der Heizmatte möglicherweise nicht aus. Dann sucht ihr euch, wenn es geht, einen Fensterplatz über einer Heizung oder investiert in eine neue Heizmatte, die leistungsfähiger ist. Manche Heizmatten können auch reguliert werden. Da könnt ihr das dann auch einfach so einstellen, wie ihr es braucht.

Wenn ihr die Samen in Blumenerde ausgesät habt, wird das der Grund sein, warum die Chilis nicht keimen. Ihr habt dann nämlich das falsche Kultursubstrat verwendet. Wenn ihr mehr über die richtige Erde für die Aussaat erfahren wollt, schaut euch gerne noch mal meinen Beitrag dazu an. Dort habe ich euch alles wichtige zusammengetragen.

Alles richtig gemacht und trotzdem noch nichts passiert? Das gibt es immer. Es ist sehr ärgerlich, wenn es gleich alle Samen einer Sorte betrifft, aber nicht jeder Samen ist keimfähig. Vielleicht wurden die Früchte, aus denen die Samen stammen, zu früh geerntet oder sie sind zu feucht oder zu hell gelagert worden. Wenn Samen bereits mehrere Jahre alt sind, sinkt auch die Wahrscheinlichkeit für eine erfolgreiche Keimung. Ich hatte in all den Jahren, solange ich schon Chilis anbaue, noch nie eine hundertprozentige Keimrate bei irgendeiner Sorte erlebt. Sie bewegt sich, wenn es gut läuft, meistens eher im Bereich von 70-80%. Von daher ist das ganz normal, dass nicht aus allen Samen etwas wird.

Am Ende kann ich euch nur noch nahelegen, euch in Geduld zu üben. Wie ich eingangs erwähnt habe, gebe ich Chilis ab einem Monat langsam auf. Aus Erfahrung kann ich aber sagen, dass es immer noch ein Exemplar geben kann, was erst nach anderthalb oder zwei Monaten als Nachzügler zum Vorschein kommt. Von daher empfehle ich euch, solange ihr die Anzuchtkästen oder die Fensterbank nicht für andere Dinge braucht, einfach regelmäßig weiterzugießen, wenn ihr die Hoffnung noch nicht aufgeben wollt. Vielleicht ist ja auch das Wurzelwachstum bereits im vollen Gange, nur der Spross kommt noch nicht ans Licht…

Quellen

Warum können Chilis Farben in den unterschiedlichsten Tönen annehmen und wie sehr beeinflussen die Farben den Geschmack?

Habt ihr euch auch schon mal gefragt, warum Chilis Farben aller Art annehmen können? Ich habe mir diese Frage gestellt und will euch mit dem heutigen Beitrag die Antwort mitgeben.

Paprikas und Chilis - Farben in rot, grün, gelb und orange

Paprikas und Chilis – Farben erweitern die Vielfalt

Eigentlich sind es mehrere Fragen: Die erste Frage lautet „WARUM haben Chilis so knallige Farben?“, die zweite Frage ist „WODURCH bekommenen Chilis Farben?“ und als drittes wäre da noch die für uns alles entscheidende Frage: „Hat die Farbe einen Einfluss auf den Geschmack der Chilis?

Chilis, Farben und Vogelaugen

Zunächst können wir erstmal festhalten, dass es sich bei Chilis um tropischen Pflanzen handelt, die sich dadurch verbreiten, dass die Früchte von Vögeln verspeist und die Samen anschließend irgendwo anders wieder ausgeschieden werden. Da sich alle Lebewesen fortpflanzen wollen, wollen sie also auch, dass die Vögel ihre Früchte finden.

Vögel sind sogenannte Tetrachromaten, was bedeutet, dass sie neben den roten, grünen und blauen Farbrezeptoren auch Rezeptoren für den violetten Bereich haben. Damit sehen sie weiß als einen bunten Mix aus vielen verschiedenen Farben. Schwarze Chilis sind für Vögel ebenso farbig, weil schwarze Früchte Licht im ultravioletten Bereich reflektieren, welches Vögel durch ihre violetten Farbrezeptoren sehen können, wir aber nicht. Genauso empfinden sie aber auch alle Farben im für uns sichtbaren Farbspektrum deutlich intensiver als wir Menschen. Dadurch hilft es Vögeln, wenn Früchte sich in besonders intensiven Farben präsentieren, damit sich diese für die Vögel visuell von ihrer Umgebung abheben.[1]

In einer Studie über 97 unterschiedliche Pflanzenarten aus Madagaskar und Uganda wurde festgestellt, dass bei Pflanzen, die von Vögeln verbreitet werden, deutlich weniger Grün-, aber dafür umso mehr Rotanteile in den Früchten enthalten sind als bei Pflanzen, die von Säugetieren verbreitet werden. Das liegt vermutlich daran, dass Vögel grüne Früchte nicht so gut zwischen den vielen grünen Blättern erkennen können. Säugetiere können jedoch andere Merkmale besser beurteilen, wie zum Beispiel den Geruch.

Interessant dabei ist außerdem, dass die Fruchtfarbe im sichtbaren Bereich überhaupt nicht, dafür aber im ultravioletten Bereich sehr stark mit der Blattfarbe korreliert. Violette und schwarze Pigmente schützen die Blätter und Früchte in besonderem Maße vor UV-Strahlung, da sie genau diese Wellenlängen reflektieren. Das ist ein Hinweis darauf, dass die Fruchtfarbe einerseits durch die Sichtverhältnisse der Vögel beeinträchtigt wird, andererseits aber auch abiotische Faktoren Einfluss auf die Farbzusammensetzung der Früchte haben[2] – also Faktoren, die unabhängig von der Beteiligung anderer Lebewesen sind.

Passend zu der Theorie, dass die Farben deutlich hervorstechen müssen, damit die Vögel die Früchte essen und verbreiten, ist auch, dass Chilis immer zuerst unauffällig grün sind und ihre Farbe erst dann wechseln, wenn die enthaltenen Samen keimfähig sind.[3]

Biochemie der farbgebenden Pflanzenstoffe

Die Farben von Chilis werden durch sekundäre Pflanzenstoffe beeinflusst. So ist bekannt, dass Chlorophyll die grüne Färbung verursacht, Capsanthin und Capsorubin bringen die für Chilis typische rote Färbung mit sich. Gelb oder orange werden Chilis mit einem hohen Anteil an Lutein, Violaxanthin, Antheraxanthin und ß-Carotin.[4] Anthocyane sorgen für violette bis schwarze Farben. Weiß werden Chilis demzufolge nur, wenn keine färbenden Pflanzenstoffe enthalten sind.[5]

Ich kann leider nicht für jede der vielen tausend Chilisorten individuell sagen, wie der Reifeprozess genau abläuft. Da jedoch die meisten Chilis direkt von grün zur Zielfarbe abreifen, werde ich euch diesen Vorgang näher erläutern.

Alles beginnt mit dem Chlorophyll. Chlorophyll beschafft der Pflanze die für die Photosynthese nötige Energie, indem es die roten und die blauen Teile des Sonnenlichts absorbiert.[6] Grüne Strahlen werden wieder reflektiert. Das ist der Grund dafür, warum die meisten Blätter grün sind. Blätter, die nicht grün sind, enthalten noch andere färbende Stoffe, die das Grün des Chlorophylls überdecken.

Im Herbst baut sich das Chlorophyll in den Blättern ab, weswegen sie dann in allen möglichen anderen bunten Farben erscheinen. Zuvor hat das Chlorophyll mit seiner grünen Farbe nur alle anderen Farbpigmente überdeckt.[7]

Jede Frucht entsteht aus sogenannten Fruchtblättern. Bei denen handelt es sich ebenfalls um chlorophyllhaltige Blätter, nur sehen sie anders aus, da sie eine spezielle Funktion erfüllen. Wenn die Blätter sich zur Frucht umwandeln, enthält die Frucht dann entsprechend auch dieses Chlorophyll. Dadurch sind fast alle Früchte im unreifen Zustand grün gefärbt.

Sobald die Samen in der Frucht keimfähig sind, beginnt die Frucht mit dem Farbwechsel. Dazu bildet die Pflanze verstärkt das Hormon Ethen aus, um den Reifeprozess zu beschleunigen. Neben dem Farbwechsel führt das dazu, dass die Fruchtwände aufweichen und sich die Bitterstoffe reduzieren.[8] Die grüne Farbe entweicht durch die Umwandlung von Chlorophyll zu farblosen Antioxidantien. Genau wie bei den Blättern im Herbst kommen die verbleibenden Farbpigmente zum Vorschein.[9]

Die resultierende Farbe ergibt sich aus der Zusammensetzung der Konzentrationen aller Farbpigmente in den Früchten. So werden rote Chilis aufgrund einer hohen Konzentration von Capsanthin und Capsorubin rot und gelbe Früchte durch einen hohen Anteil gelber Farbpigmente gelb. Die farbgebenden Pflanzenstoffe zu den verschiedenen Farben habe ich ja bereits weiter oben aufgeführt.

Mutationen zwingen Chilis Farben auf

Der Grund, warum Chilis aber nun in den unterschiedlichsten Farben vorkommen, auch wenn es für die Sichtbarkeit durch Vögel ausreichen würde, wenn alle rot wären, liegt im Erbgut. Dieses wird in erster Linie durch die Gene der Elterngeneration beeinflusst, es kann aber auch durch äußere Faktoren verändert werden, sodass neue Mutationen entstehen.

Hier zwei Beispiele für Mutationen, die bereits wissenschaftlich untersucht wurden:

Capsanthin und Capsorubin werden mithilfe des Enzyms Capsanthin/Capsorubin-Synthase aus den gelben Pflanzenstoffen Antheraxanthin und Violaxanthin gebildet.[10] Das bedeutet, dass jeder rote Chili dieses Enzym benötigt, um die rote Farbe zu bilden. Aufgrund der gelben Zwischenprodukte beim Reifeprozess reifen einige rote Früchte über drei Farben von grün über gelb nach rot ab.

Bei gelben Früchten wird angenommen, dass die Erbinformation für die Bildung dieses Enzyms durch eine Nonsense-Mutation unterdrückt wird. Das heißt, dass eine Base im DNA-Strang ausgetauscht wurde und in der Folge die Erbgutinformationen nicht mehr weiter als bis zu dieser Stelle ausgelesen werden können. Dadurch kann die Umwandlung der gelben zu den roten Pflanzenstoffen nicht erfolgen.[11] Dieser Gendefekt wird rezessiv vererbt.[12]

Eine andere Mutation hat die These auf den Kopf gestellt, dass grüne Chilis immer unreif sind. Die Sorte 7 Pot Evergreen kann dadurch beispielweise als Gegenbeweis angeführt werden. Pflanzen, deren Früchte im reifen Zustand grün oder braun sind, können das Chlorophyll nicht vollständig abbauen. So vermischt sich die grüne Farbe mit den roten Farbpigmenten zu braun oder grün vermischt sich mit gelb zu einem anderen Grünton.[13]

Entsteht einmal eine Mutation durch äußere Einflüsse, wird sie ein Teil der Erbinformation, die die Pflanze an die nachfolgende Generation weitergeben kann. Natürlich entsteht nicht bei jedem Gendefekt gleich eine neue Chilisorte. Ab und an kommt das aber vor, wodurch wir uns heute an der riesigen Vielfalt erfreuen können.

Einfluss der Farben auf den Geschmack

Wenn Chilis Farben aus quasi dem gesamten Farbspektrum annehmen können und jede Sorte ihren eigenen Geschmack hat: Wird dieser Geschmack durch die Farbe beeinflusst oder sind Farbe und Geschmack unabhängig voneinander?

Die bisher genannten färbenden Pflanzenstoffe gelten allesamt für sich genommen als geschmacksneutral. Die geschmacksgebenden Pflanzenstoffe werden separat zu den farbigen ausgebildet. Ob zwischen den Konzentrationen dieser Stoffe eventuell Zusammenhänge bestehen, konnte ich leider nicht herausfinden.

Die Farbe kann aber auch auf andere Weise im Zusammenhang mit dem Geschmack von Chilis oder allgemein von Früchten gebracht werden. Hierzu gibt es bereits deutliche Erkenntnisse aus der Lebensmittelindustrie, wobei auch hier die Forschung lange noch nicht abgeschlossen ist.

Kurz zusammengefasst isst das Auge mit. Wir können als Menschen bei unseren Wahrnehmungen auf Erfahrungswerte zurückgreifen. Der Zusammenhang zwischen Farbe und Geschmack fällt in den Bereich der Farbpsychologie. Wir verbinden mit roter Farbe einen süßlichen Geschmack, mit gelb bringen wir süße bis saure Aromen in Zusammenhang, wohingegen wir uns bei dunklen Früchten auf ein bitteres Aroma einstellen.

Wenn das auf euch nicht zutrifft, dann liegt das daran, dass ihr andere Erfahrungen als die meisten anderen mit beispielsweise roten Lebensmitteln gemacht habt. Jeder Mensch lernt diese Zusammenhänge für sich individuell aus seinen vorangegangenen Mahlzeiten, aber fügt dieses erlangte Wissen beim Essen unterbewusst mit in das Gesamtgeschmacksbild ein.

In der Lebensmittelindustrie wird bewusst auf die Farbpsychologie zurückgegriffen, um die Verkaufszahlen zu steigern. Experimente haben gezeigt, dass die Zugabe von geschmacksneutralen Farbstoffen den Geschmack eines Produkts verändern kann. Rot eingefärbter Joghurt schmeckt dann süßer als derselbe Joghurt ohne Farbstoffe. Es gibt noch viele weitere Möglichkeiten, sich die Farbpsychologie zunutze zu machen.[14]

Übertragen wir diese Erkenntnis auf Chilis, ist das auf jeden Fall ein Grund dafür, warum gelbe Chilis immer fruchtiger schmecken als rote, rote süßer als braune und lila und schwarze bitterer als alle anderen, obwohl zwei gleiche Chilis unterschiedlicher Farben trotzdem vom Grundsatz ziemlich ähnlich schmecken.

Ob hier am Ende auch tatsächlich eine wesentlich andere Zusammensetzung von Geschmacksaromastoffen enthalten ist, konnte ich wie bereits erwähnt leider nicht herausfinden – Solange wir uns über die Farben manipulieren lassen, kann uns die genaue Zusammensetzung aber auch egal sein :

 

Quellen

[1] SPIEGEL Wissenschaft (2010): Vögel sehen Farben besser als Menschen

[2] Kim Valenta et al. (2018): The evolotion of fruit colour: phylogeny, abiotic factors and the role of mutualists

[3] Peter Drache (2019): Chilis ernten

[4] Andy Brunning (2016): The Chemistry of Bell Peppers – Colour and Aroma

[5] Kristin Wunderlich (2021): Nach Farben essen: Von Gelb bis Violett

[6] Christian Lüttmann (2017): Die Lichtwandler – Wie Pflanzen durch Fotosynthese das Leben auf der Erde ermöglichen

[7] Juliette Irmer (2017): Warum färben sich die Blätter im Herbst?

[8] Dr. Christoph Reisdorff (2008): Warum sind Tomaten erst grün und werden dann rot?

[9] Bernhard Kräutler et al. (2007): Farblose tetrapyrrolische Chlorophyll-Kataboliten in reifen Früchten sind wirksame Antioxidantien

[10] Ya-Qin Lang et al. (2004): Orange Fruit Color in Capsicum due to Deletion of Capsanthin-capsorubin Synthesis Gene

[11] Sun-Hwa Ha et al. (2007): A comparison of the carotenoid accumulation in Capsicum varieties that show different ripening colours: deletion of the capsanthin-capsorubin synthase gene is not a prerequisite for the formation of a yellow pepper

[12] Zheng Li et al. (2013): A further Analysis of the Relationship between Yellow Ripe-Fruit Color and the Capsanthin-Capsorubin Synthase Gene in Pepper (Capsicum sp.) Indicated a New Mutant Variant in C. annuum and a Tandem Repeat Structure in Promoter Region

[13] Yelena Borovski, Ilan Paran (2008): Chlorophyll breakdown during pepper fruit ripening in the chlorophyll retainer mutation is impaired at the homolog of the senescence-inducible stay-green gene

[14] Lisa Dittrich (2021): Farbpsychologie: Darum setzen Food Blogger auf möglichst bunte Gerichte

Eröffnung des Rezeptbereichs und Chiliupdate

Liebe Chiliputaner,

mit dem heutigen Update möchte ich euch endlich meine ersten beiden Rezepte vorstellen: Die beiden Klassiker Chili con Carne und Pasta all’arrabbiata. Vielleicht hat der ein oder andere von euch bereits versucht, unter dem Menüpunkt „Rezepte“ auch wirklich Rezepte zu finden und ist dabei kläglich gescheitert – Ab heute ist diese Seite nicht mehr leer.

Ich versuche immer, zweimal die Woche passend zur Saison abwechslungsreiche Informationen rund um Chilis zu vermitteln. Daher dachte ich, nachdem es nun zweimal hintereinander etwas theoretischer geworden ist, euch mal wieder etwas Praktisches zu bieten. Die Rezepte habe ich euch oben verlinkt, da ich es selbst nicht mag, für Rezeptanleitungen erstmal ewig über eine lange Einleitung nach unten zu scrollen bis ich beim Rezept angekommen bin. Die Rezepte sind recht verschieden, aber trotzdem, was die Zusammensetzung und die Würzung der Sauce bzw. Suppe betrifft, ziemlich ähnlich. Deshalb habe ich heute gleich beides veröffentlicht. Außerdem sind das die scharfen Gerichte, die bei uns zu Hause am häufigsten gekocht werden und vermutlich auch deutschlandweit am bekanntesten sind. Somit ist es unerlässlich, dass ich diese Gerichte als erstes veröffentliche. Den Unterschied macht insbesondere die Zugabe von Southern Comfort – einem Whiskylikör, der den Speisen eine gewisse Süße, aber auch einen Hauch Whiskygeschmack verleiht, was das Aroma der Tomatenbasis sehr gut ergänzt.

Da ich gerade erst frisch anfange und noch nicht dazu kam, viele unterschiedliche Chilis zu vergleichen, habe ich noch keinen konkreten Chili als Zutat genannt, sondern in den Rezepten nur „Chili“ geschrieben. Im Laufe der Zeit werde ich das noch anpassen, um hier konkreter zu werden.

Ansonsten habe ich noch ein kleines Update für euch zu meiner Chilizucht:

Seit dem 15.02. gab es bei mir die ersten drei Keimlinge der roten Habanero. Das war gerade mal sechs Tage nach meiner Aussaat. Am Tag drauf kam noch eine weitere Habanero und die erste Naga Viper dazu. Alles bis dahin ausschließlich in der Aussaaterde.

Am 17.02. kamen dann die ersten beiden roten Habaneros im Kokossubstrat ans Licht. Dazu auch die fünfte von sechs in der Aussaaterde. Seit gestern sind vier Sorten bereits mindestens einmal gekeimt. Eine gelbe Habanero ist im Kokossubstrat gewachsen, aber noch nicht in der Aussaaterde, ein Giant-Rocoto-Keimling ist aus der Aussaaterde emporgewachsen. Darüber hinaus sind nun alle roten Habaneros, die in Aussaaterde ausgesät wurden, am Keimen und eine Naga Viper im Kokossubstrat.

Unterm Strich sind das aktuell 12 Keimlinge, von denen allein 8 rote Habaneros sind. Heute gab es noch keine nennenswerten weiteren Entwicklungen. Im Folgenden der aktuelle Stand in Bildern:

oben der Giant Rocoto, unten die Naga Viper

die sechs roten Habaneros sind da, der Rest lässt noch auf sich warten

Beim Cayenne hat sich noch nichts getan. Im linken Anzuchtkasten könnten auch irgendwann Chiltepin und Bhut Jolokia wachsen. Bisher traut sich hier aber noch gar nichts raus.

Ganz rechts die bisher einzige gelbe Habanero, die anderen beiden sind rote Habaneros

Zu guter Letzt noch eine Nahaufnahme vom anderen Naga-Viper-Keimling, der sich aber gegen eine scharfe Kameraaufnahme erfolgreich wehren konnte

Den Anzuchtkasten richtig lüften

Die meisten Anzuchtkästen haben Lüftungsöffnungen im Deckel, die geöffnet, geschlossen oder irgendwie dazwischen eingestellt sein können. Wie stellt ihr das also am besten ein und braucht ihr einen neuen Anzuchtkasten, wenn der, den ihr habt, keine Möglichkeit der Öffnung bietet?

Grundlegend kann man erstmal sagen, dass Schimmelbildung unterbunden wird, wenn regelmäßiger Luftaustausch stattfindet. Genauso können die Temperaturschwankungen, die durch starken Lichteinfall im Wechsel mit Dunkelheit für die Pflanzen schädlich sein können, abgedämpft werden.[1] Am besten hierfür würde sich daher anbieten, den Deckel einfach komplett wegzulassen. Dann hättet ihr die maximal mögliche Belüftung. Das Problem hierbei ist naheliegend. Ihr braucht den Deckel, um das nötige Mikroklima für die Chilis zu halten, was aus einer hohen Luftfeuchtigkeit (60-70%) und warmer Umgebungsluft (24-28°C) besteht.[2]

Wer ein helles Badezimmer hat, kann auch den Deckel weglassen, wenn er dort die Fensterbank für die Aufzucht verwenden kann, da Badezimmer in der Regel die wärmsten Räume des Hauses sind und mit ihrer Luftfeuchtigkeit auch den Ansprüchen der Chilis gerecht werden. Jeder, der die notwendigen Kriterien auch in anderen Räumen erfüllt, sollte sich ggf. Gedanken über sein Lüftungsverhalten oder die Anschaffung eines Raumluftentfeuchters machen, jedoch könnte derjenige dann natürlich auch auf die Abdeckung bei der Chilianzucht verzichten.

Ich habe in meiner Wohnung keinen geeigneten Raum, also bin ich weiter auf die beheizten abgedeckten Anzuchtkästen angewiesen wie vermutlich viele andere von euch auch. Durchgängiges Geschlossenhalten der Anzuchtkästen ist schlecht wegen der Schimmelbildung und der Temperaturextreme; durchgängiges Weglassen des Deckels verhindert unser gewünschtes Mikroklima für die Pflanze. An dieser Stelle kommen unsere Lüftungsöffnungen in den Deckeln zum Einsatz. Diese sorgen dafür, dass eine Luftzirkulation stattfinden kann, ohne dass sich die Luftfeuchtigkeit sofort an die Raumfeuchtigkeit anpasst. Es entsteht also eine Zirkulation, die je nach Öffnungsgröße unterschiedlich stark ausfällt. Trotzdem bleibt dabei die meiste Luft im Behälter.

Empfohlen wird, die Schlitze entweder mindestens zwei Stunden täglich voll zu öffnen und dann wieder zu schließen [3] oder durchgängig zu lüften mit teilweiser Öffnung der Lüftungsöffnungen. Von der Größenordnung hieße das am Beispiel eines Anzuchtkastens wie ich ihn auch zweimal habe, dass die Schlitze mit den Schiebern jeweils 5 bis 10 Millimeter weit geöffnet werden sollten. [4]

Vergleich: ganz links 0,5 cm geöffnet, daneben 1 cm geöffnet, der rechte Anzuchtkasten ist voll geöffnet. Am besten nicht zu lange voll öffnen, damit die Luftfeuchtigkeit für die Chilis nicht dauerhaft zu gering ist und wieder ansteigen kann

Die zwischenzeitige starke Belüftung hat den Vorteil, dass die meiste Zeit eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit im Anzuchtkasten aufrecht erhalten werden kann, die zu den Lüftungszeiten deutlich abfällt. Dafür fordert dies mehr Disziplin, regelmäßig zu öffnen und zu schließen.

Die andere Variante ist mit deutlich weniger Aufwand verbunden, aber hat durch die durchgängige Öffnung eine niedrigere Luftfeuchtigkeit im Anzuchthaus zur Folge, was ggf. ein langsameres Wachstum zur Folge haben kann. Teilweise haben die Anzuchtkästen zusätzliche Löcher, die auch bei geschlossener Schieberstellung für eine sehr geringe Mindestbelüftung sorgen.

Wenn ihr diese bei euch nicht gegeben habt, solltet ihr – egal für welche Variante ihr euch entscheiden solltet – die Lüftungsschieber niemals komplett schließen, da ihr sonst die besten Bedingungen für Schimmelbildung schaffen würdet. Ab dem Zeitpunkt, wo die ersten Keimlinge ans Licht kommen, brauchen Pflanzen zudem wie wir Menschen regelmäßig Frischluft, um Photosynthese betreiben zu können. Wenn der Raum komplett abgeschlossen ist, sinkt die CO2-Konzentration kontinuierlich ab, wodurch die Pflanzen langsamer wachsen. Generell sollte daher jedes Gewächshaus durchgängig belüftet werden. [5]

Seitliche unverschließbare Belüftungslöcher

Für einen richtigen Luftwechsel sollte der Deckel zudem einmal täglich für 10-30 min komplett abgenommen werden. Im Gartenjournal werden sogar 1-2 Stunden täglich empfohlen. [6] Die Werte fallen sehr unterschiedlich aus. Das liegt vor allem daran, dass es sich bei allem hier um Faustregeln handelt. Spätestens wenn die Keimlinge aus dem Boden sprießen und die Pflanzen größer werden, muss immer mehr gelüftet werden. Die nötige Lüftungsdauer ist von sämtlichen Faktoren abhängig, die die Luftfeuchtigkeit im Kasten beeinflussen – von der Oberfläche des Kultursubstrats und der Pflanzen über das Luftvolumen, die Größe der Öffnungsschlitze, die Temperatur, die Wassermenge im Anzuchtkasten, die klimatischen Bedingungen im Zimmer und vieles andere mehr.

Daher empfehle ich euch, euch einfach an die von mir beschriebenen Faustregeln zu halten. Zu Beginn nach der Aussaat täglich ca. 30 Minuten die Haube abnehmen und sobald die Keimlinge sprießen von einer Stunde täglich auf zwei Stunden langsam steigern. Das sind natürlich auch keine fixen Werte, also braucht ihr euch da nicht jedes Mal extra die Uhr nach zu stellen. Am Ende ist alles eine Sache der Erfahrung und mit den Jahren findet jeder seinen eigenen Weg, der am besten funktioniert.

Wenn ihr es ganz genau nehmen wollt, dann bringt ihr einen Temperatur- und Luftfeuchtigkeitssensor in eurem Anzuchtkasten an. Ihr könnt dann die Lüftungsschlitze genau so einstellen, dass ihr am Ende die Luftfeuchtigkeit bekommt, die ihr haben wollt. Jedoch dürfte die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit trotzdem immer schwanken, je nachdem wie die Zimmertemperatur und die Luftfeuchtigkeit im Zimmer schwankt, ob gerade das Licht an oder aus ist, bzw. die Sonne scheint oder nicht und wann ihr das letzte Mal wie viel Wasser nachgegossen habt.

Ich gehe davon aus, dass es mal ganz interessant sein kann, aber die Extraarbeit, die ihr euch dabei macht, wird sich wahrscheinlich nicht wesentlich positiv oder negativ auf das Endergebnis auswirken. In der Natur, wo die Chilis wild wachsen oder auf Plantagen angebaut werden, gibt es nämlich auch durchgehend Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen.

Für die optimalen Werte der Luftfeuchtigkeitswerte in Abhängigkeit von der Temperatur gibt es trotzdem jede Menge VPD-Tabellen im Internet. Die Werte, die ihr in den unterschiedlichen Tabellen ablesen könnt, variieren jedoch teilweise sehr, weswegen ich noch nicht hundertprozentig davon überzeugt bin. VPD steht für „vapor pressure deficit“. Betrachtet wird dabei entsprechend das Dampfdruckdefizit in den Blättern im Vergleich zur Umgebung.[7] Was das genau ist, wie es bestimmt wird und was das insbesondere für unsere Chilizucht bedeutet, werde ich in einem anderen Beitrag näher erläutern.

Und was ist nun mit dem unbelüfteten Anzuchtkasten?

Wer keine Lüftungsöffnungen an seinem Anzuchtkasten hat, braucht natürlich keinen neuen. Es geht einzig und allein darum, Möglichkeiten der Belüftung zu schaffen und diese sind bei den einen Kästen integriert und bei den anderen nicht. Da, wo diese nicht integriert sind, könnt ihr z.B. Streichhölzer oder Zahnstocher auf die Auflagefläche der Schale legen, damit zwischen Deckel und Schale Luft hindurchströmen kann.[8] Wenn ihr das nicht wollt, solltet ihr mehrmals täglich den Deckel für jeweils 10 Minuten abnehmen, um den fehlenden Luftaustausch ausgleichen zu können. Die Bastler unter euch finden sicher auch noch andere kreative Wege, wie das Problem mit dem fehlenden Lüftungsschlitz beseitigt werden kann.

Einige von euch werden sogar gar keinen Anzuchtkasten verwenden, sondern die Chilipflanzen in einem Blumentopf ausgesät und dann mit Frischhaltefolie abgedeckt haben. Das ist die absolute Low-Budget-Variante, die aber deswegen nicht weniger effektiv sein muss. Wichtig ist hierbei nur, dass ihr ein paar kleine Löcher in die Folie piekst, aber dann auch hier täglich einmal die Folie abmacht, um alles einmal komplett zu belüften.

Zu guter Letzt heißt es, wenn ihr euch immer noch unsicher seid, dass ihr lieber etwas mehr lüftet als zu wenig. Dass die Bedingungen für den Chili nicht perfekt, sondern nur nahezu perfekt sind, ist das weitaus kleinere Übel als wenn die Pflanze am Ende gegen Schimmel ankämpfen muss.

Quellen

Die richtige Erde zum Aussäen

Die richtige Zeit, Chilis auszusäen ist noch nicht verstrichen. Zur Überbrückung der Zeit beschäftigen wir uns heute mit dem Thema Aussaat. Die erfahrenen Züchter unter euch werden es vermutlich schon lange so gemacht haben, aber es ist wichtig für all jene, die frisch anfangen und bereits in der ersten Saison einen Erfolg erzielen wollen. Wie ich in meinem letzten Beitrag geschrieben habe, habe ich für die Aussaat Kokosquelltabletten und Aussaaterde verwendet. Im Folgenden möchte ich mit euch ein bisschen tiefer in diese Materie einsteigen.

Zunächst will ich erstmal erläutern, wieso die Aussaat von Chilisamen in Blumenerde keine so gute Idee ist. Blumenerde wird verwendet, um Pflanzen einen dichten, nahrhaften Boden zu bieten. Allerdings erst dann, wenn die Pflanzen schon etwas größer sind. Für Keimlinge wird diese Erde jedoch zum Problem. Die Keimlinge in der Blumenerde können kaum Wurzeln ausbilden, da ihre Wurzeln noch zu zart sind und in dem vorgedüngten Boden direkt verbrennen.[1]

Auch sonst haben die jungen Pflänzchen wenig Anreiz dazu, ein großes Wurzelsystem aufzubauen, wenn ausreichend Nährstoffe in direkter Umgebung vorhanden sind. Statt Wurzeln auszubilden nutzen sie ihre Energie also, um in die Höhe zu wachsen. Generell sollte jedoch immer eine Balance gewahrt werden zwischen oberirdischem und unterirdischem Wachstum, damit die Pflanze auch in jeder Wachstumsphase ausreichend sowohl mit Licht, als auch mit Nährstoffen versorgt wird.

Durch den nährstoffreichen Boden findet außerdem auch immer Leben in den Blumentopf. Ich rede hier nicht unbedingt von Regenwürmern oder Insekten, auch wenn das auch nicht ganz ausgeschlossen wäre, so etwas zu finden, sondern von anderen Pflanzensamen und Keimlingen, die selbst auch ein Interesse am eigenen Wachstum haben. Diese sind in der gekauften Erde oft bereits vorhanden und können schnell zur Konkurrenz für unsere Chilipflanzen werden, weswegen wir die lieber erst dann mit dabei haben, wenn unsere Pflanzen schon größer und stärker sind.

Die Dichte der Blumenerde ist problematisch, da Wasser schlechter abläuft und die höhere Bodendichte auch eine höhere Nährstoffdichte zur Folge hat und somit dieses Problem sozusagen damit verschärft wird.

Mit diesem Wissen beschäftigen wir uns also nun mit der Aussaaterde. Anzuchterde ist übrigens genau dasselbe, also lasst euch hier nicht durch die verschiedenen Begrifflichkeiten verwirren. Anders als die Blumenerde zeichnet sich die Aussaaterde mit einem deutlich geringeren Nährstoffgehalt und einer wesentlich geringeren Dichte aus. Das hat den Vorteil, dass nun im Gegensatz zur Blumenerde die Keimlinge gezwungen sind, ihre Wurzelsysteme weiter auszubauen, um überhaupt an die nötigen Nährstoffe zu gelangen. Dadurch, dass der Boden so locker und auch arm an Nährstoffen ist, treffen die Pflanzen dabei auch kaum auf Widerstand. Im Vergleich zu einer Jungpflanze, die in Blumenerde gezüchtet wurde, hat diese Pflanze nun mit dem ausgeprägteren Wurzelsystem einen großen Vorteil, wenn beide umgetopft dieselben Bodenbedingungen vorfinden.

Was solltet ihr beachten?

Zu Beginn reicht es, die Samen auf engem Raum mit Abständen von 2 cm auszusäen. Für alle Chilis gilt, dass die Samen etwa einen halben bis einen Zentimeter unter der Oberfläche liegen sollten. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten:

Eine Möglichkeit ist, dass man hierfür z.B. mit einem Bleistift oder einem Pikierstab kleine Löcher in die Aussaaterde bohrt, die Samen in den einzelnen Löchern platziert und die Löcher wieder schließt. Eine andere Möglichkeit ist, den Blumentopf nur bis fast oben hin mit Aussaaterde zu füllen, dann die Chilisamen so zu verteilen wie man es am liebsten will und anschließend den letzten halben Zentimeter Erdschicht darüber zu verteilen. Diese Variante habe ich dieses Jahr gewählt, die letzten Jahre habe ich die Löcher gebohrt. Beide Varianten werden funktionieren. In beiden Varianten solltet ihr daran denken, den Boden etwas anzudrücken und natürlich alles mit warmem Wasser zu gießen.

Und was hat es nun mit diesen Kokosquelltabletten auf sich?

Mit Kokosquelltabletten könnt ihr den Samen einen anderen Boden mit geringer Nährstoffdichte bieten. Sie bestehen aus gepressten Kokosfasern, sind in etwa 5mm dick und haben einen Durchmesser von etwa 3,5cm. Entsprechend könnt ihr passend dazu auch Anzuchtkästen finden, die viele kreisförmige Kulen mit einem minimal größeren Durchmesser haben. Diese sind wiederum alle über Minikanäle miteinander verbunden. Die Kästen haben selbst keinen eigenen Abfluss, wie man es von Blumentöpfen kennt, jedoch ist das auch nicht notwendig, da die Tabletten in Verbindung mit Wasser aufquellen und dann auf etwa 3cm Dicke anwachsen. Zur Seite hin sorgen Zellulosefasern dafür, die runde Form beizubehalten.

Mit etwa 5 mm unterhalb der Oberfläche liegen die eingesetzten Chilisamen weit genug über dem Boden. Staunässe kann dadurch eigentlich nicht zum Problem werden, solange ihr es mit dem Wasserpegel nicht übertreibt.

meine Kokosquelltabletten zwei Tage nach der Aussaat – in jeder von ihnen sitzt ein Chilisamen

Ein Nachteil im Vergleich zur Aussaaterde besteht darin, dass die Fasern zwar eine noch geringere Dichte aufweisen, aber aufgrund der Faserstruktur für den Keimling schwerer durchwurzelbar sind. Genauso ist es aus demselben Grund auch später nicht mehr möglich, die Pflanze verletzungsfrei aus dem Fasernetz zu pikieren. Außerdem trocknen die Fasern schneller aus als die Aussaaterde und jede Tablette kann nur einen Samen aufnehmen, was am Ende einen größeren Platzaufwand während der Anzucht zur Folge hat.[2]

Die Vorteile hingegen liegen in der einfacheren Lagerung und Logistik, da die Tabletten in der Packung tatsächlich nur sehr wenig Platz wegnehmen. Auch die zugehörigen Anzuchtkästen lassen sich gut ineinander stapeln.

Was es noch zu beachten gibt

Die Quelltabletten müssen zunächst mit viel warmem Wasser übergossen werden bis sie auch zur vollen Größe angewachsen sind. Dann können die Chilisamen einzeln in die vorgegebenen Löcher gegeben werden. Dabei sollten die Samen nicht zu nah unter der Oberfläche liegen. Mit einem Zahnstocher oder einem Pikierstab sollte hier noch einmal nachgeholfen werden, dass das Samenkorn auch etwas weiter nach unten und auch fester angedrückt wird. Danach schiebt man mit zwei Fingern die Erde über den Löchern zusammen, sodass die Samen abgedunkelt sind.

Beim Umtopfen der Pflanzen im Kokossubstrat sollte die Zelluloseschicht am Rand mit einem Messer aufgeschnitten werden, um der Pflanze mehr Entfaltungsspielraum zu bieten. Die Kokosfasern selbst werden zwar mit umgetopft, aber bauen sich nach einiger Zeit vollständig biologisch ab, sodass man sich hier keine Sorgen zu machen braucht, ob evtl. zu viele Wurzeln im Kokosnetz gefangen sein könnten und das Wachstum dadurch eingeschränkt ist.

Da wir Chilis nach Bildung des zweiten Blattpaares ohnehin umtopfen wollen, brauchen wir keinen Dünger einzusetzen. Ansonsten wäre dies nach dieser Zeit nötig, da Mikroorganismen irgendwann beginnen, die Kokosfasern zu zersetzen und dem Substrat somit Stickstoff entziehen. Der Boden, in den die Pflanzen dann jedoch umgetopft werden, wird die eingangs beschriebene Blumenerde sein, die dann die nötigen Nährstoffe zu bieten hat. Der Einsatz von Dünger muss gerade zum Anfang unbedingt nur vorsichtig erfolgen, da er den Pflanzen schnell mehr schaden als helfen kann. 

Sowohl auf die richtige Auswahl der Blumenerde für Chilis, als auch auf die richtige Anwendung von Dünger werde ich bei Gelegenheit in zwei anderen Beiträgen nochmal genauer eingehen.

Ob also nun Aussaaterde oder Kokosquelltabletten – Am Schluss ist es eine persönliche Entscheidung. Die Pflanzen werden in beiden Fällen genug Wurzeln bilden und gedeihen, um ausreichend auf den Ernst des Chililebens, der mit dem ersten Umtopfen beginnt – vorbereitet zu sein. Ob und wie groß die Unterschiede sein werden, wie sich die Pflanzen im Laufe der Zeit je nach Aussaatmedium bei gleicher Behandlung entwickeln, werde ich anhand meiner eigenen Zucht in ein paar Wochen für euch auswerten können.

 

Quellen

Startschuss

Letztes Wochenende war ich in Hamburg, daher habe ich die Samen, die eigentlich zum Wochenende schon da waren, erst Montagabend aus dem Briefkasten geholt. Am späten Abend fiel mir auf, dass wir keinen Kamillentee mehr im Haus hatten. Gerade war ich motiviert, die Samen im Kamillentee einzulegen, da kamen mir die Supermärkte in die Quere. Normalerweise hat REWE bis 11 Uhr offen, aber coronabedingt gerade jetzt nur noch bis 22 Uhr. Es war 22:05 Uhr… Auch Gorillas und Flink haben keinen Kamillentee im Sortiment. Daher hieß es dann in den sauren Apfel beißen und einfach noch einen Tag warten.

Dienstagabend schließlich hatten wir alles da, dass ich endlich loslegen konnte. Viel war ja erstmal nicht zu tun, aber natürlich sollte alles fein säuberlich getrennt voneinander im Tee eingelegt werden. Warum ausgerechnet Kamillentee? Im Unterschied zu warmem Wasser oder anderen Teesorten sagt man dem Kamillentee eine antibakterielle und fungizide Wirkung nach, wodurch Schimmelsporen an den Samen abgetötet werden bevor sie ausgesät werden. Somit kann die Erfolgsquote gesteigert werden.

Auf allen Samentüten steht „10 Samen“, aber es waren elf bis vierzehn enthalten , bei der Cayenne long slim sogar ganze siebenundvierzig!

Bei den Vorbereitungen auf den nächsten Tag – also heute – fiel mir auf, dass ich keine Aussaaterde mehr hatte. Also bin ich zum OBI bei mir in der Gegend gegangen, um mir in der Gartenabteilung 3 Liter Aussaaterde zu besorgen. Dadurch, dass insbesondere die Cayenne long slim mit deutlich mehr Samen als ursprünglich erwartet ankam und ich gerne alles einsäen wollte, was geht, habe ich gleich noch zwei neue abdeckbare Anzuchtkästen für Kokossubstrat und eine Packung mit 50 Kokossubstrattabletten mitgenommen. Heizmatten für die Anzuchtkästen gab es nicht, also habe ich bei Amazon zwei Heizmatten bestellt, die bereits heute Nachmittag eingetroffen sind. Ein Hoch auf Amazon Prime an dieser Stelle! (keine Werbung)

Wo nun heute Abend alles da war, was ich brauchte, konnte es endlich losgehen. Zu Beginn habe ich heute erstmal den Tee abgegossen und die Samen auf Küchenpapier gelegt. Dadurch werden die Samen wieder ein wenig abgetrocknet, wodurch sie beim Einsäen nicht so sehr an den Fingern kleben wie sonst.

Bloß nichts verwechseln! Beschilderung bei jedem Schritt ist das A und O am Anfang

Danach ging es sofort weiter. Die Heizplatte mit den 7 Minianzuchtkästchen von Garland, die ich bislang immer verwendet habe, kommt natürlich auch dieses Jahr wieder zum Einsatz. Leider musste ich jedoch ziemlich bald feststellen, dass die 3 Liter Aussaaterde nicht ausreichend waren. Für die Höhe der Samenkörner hat es noch ausgereicht, bei der Schicht oberhalb der Samenkörner kam ich allerdings beim besten Willen nicht mehr auf den halben Zentimeter Dicke, der sich in den vergangenen Jahren bei mir bewährt hat. Also fehlte doch noch etwas… Der Abend war noch jung, also nichts wie ab aufs Rad und schnell nochmal zum OBI.

Hat nicht ausgereicht. Ich musste die Aussaaterde ein zweites Mal kaufen, ohne zu wissen, was sie tatsächlich taugt

Zurück in der Wohnung konnte ich endlich auch die restlichen Arbeiten verrichten. Das Kokossubstrat ging gut mit dem Wasser auf, ich sollte allerdings dazu erwähnen, dass das meine erste Erfahrung mit Kokosquelltabletten ist. Genauso kenne ich diese Kräuter- und Aussaaterde von OBI auch noch nicht. Aus diesem Grund habe ich die Samen so verteilt, dass keine Chilisorte ausschließlich in einer dieser beiden Varianten aufwächst.

Um Verwechslungen vorzubeugen habe ich die Kästen beschriftet und in den Minianzuchtkästchen die Grenzbereiche zwischen zwei Sorten mit Zahnstochern markiert. Nach drei Stunden Arbeit habe ich es geschafft, insgesamt 11 Habanero yellow, 11 Giant Rocoto, 11 Seven Pot Brainstrain, 12 Naga Viper, 12 Vicentes Habanero Sweet, 12 Habanero red, 13 Chiltepin, 14 Bhut Jolokia und 47 Cayenne long slim einzusäen. Zusammen ergibt das maximal 143 Chilipflanzen, die ich bei hundertprozentiger Keimrate erhalten könnte. Für unsere Wohnung und das kleine Gartengewächshaus ist das natürlich deutlich zu viel, aber dadurch, dass ich nun pro Pflanze über zehn Samen gesät habe, habe ich eine größere Auswahl, welche Pflanzen ich behalten möchte und kann tendenziell eine bessere Auswahl großziehen als ich mit nur der Hälfte der ausgesäten Samen gekonnt hätte.

Zum Schluss habe ich nochmal alles gegossen bevor ich unsere Fensterbank mit den drei Kästen komplett belegt habe. Die Heizmatten und die Heizplatte sind alle am Strom angeschlossen und sorgen für die optimale Keimtemperatur. Nun bin ich gespannt, wann sich die ersten Keimblätter blicken lassen und welche Chilipflanze dabei das Rennen macht.

Vorbereitung auf die kommende Saison

In diesem Jahr werden bei uns neun verschiedene Chilisorten ausgesät. Die Bestellung der Samen ging gestern raus, so können wir schon in ein paar Tagen loslegen.

Wir werden unter anderem die Vicentes Sweet Habanero als Chili ohne Schärfe anbauen. Zum Vergleich werden wir aber auch die roten und gelben Habaneros kultivieren, die dann im üblichen Schärfebereich der Habaneros liegen. Im High-End-Scoville-Bereich bauen wir die Naga Viper, die rote 7 Pot Brainstrain und die orangene Bhut Jolokia an. Daneben haben wir noch den allseits bekannten Cayenne long slim (Cayennepfeffer).

Von der Art Capsicum pubescens wird der Giant Rocoto großgezogen und zu guter Letzt darf auch der Chiltepin als Urform der Chili in der ersten Saison nicht fehlen.

Ich möchte jedes Jahr andere Chilisorten anbauen, um auf diese Weise neben den vielen Anleitungen im Netz auch Erfahrungsberichte bereitstellen zu können bezüglich Keimrate, Keimdauer, Wachstum der Pflanzen im Zeitverlauf, Aussehen der Pflanzen, evtl. Krankheitsanfälligkeit und Ertrag.

Aus der letzten Saison haben wir es geschafft, einige Fatalii bei uns in der Wohnung zu überwintern. Da das das erste Mal für mich ist, wo wir Chilis über den Winter gebracht haben, bin ich hier auch besonders gespannt, wie die Chilis sich im zweiten Jahr weiterentwickeln werden.

Meine ersten Chilis habe ich im Haus meiner Eltern, die auch einen eigenen Garten haben, gezüchtet. Im letzten Jahr haben wir zum ersten Mal versucht, Chilis in unserer Stadtwohnung im dritten Stock großzuziehen. Wir haben zwar einen Südostbalkon, jedoch ist es hier deutlich windiger als weiter draußen in einem Garten. Deswegen hatten wir letztes Jahr zwar ziemlich viele große Chilipflanzen, jedoch fielen die meisten Blüten wieder ab, bevor sie bestäubt werden konnten. Eine andere Erklärung könnte sein, dass wir einfach zu wenig Pflanzen in der Gegend haben und sich die Bienen einfach nicht für unsere Chilis interessieren. Mit der manuellen Bestäubung mithilfe eines Pinsels haben wir leider auch nicht viel erreichen können.

Der Plan für dieses Jahr sieht deshalb vor, dass es eine Kooperation mit meinem Bruder geben wird, der ein aktuell ungenutztes Gewächshaus hat, in das wir unsere Chilis im Frühling umpflanzen werden. So bekommen die Chilis auch insgesamt mehr Sonne und sind vom Wind geschützt, wodurch ich wieder eine deutlich größere Ernte als im letzten Jahr erwarte. Parallel werden wir ein paar Pflanzen in unserer Wohnung behalten, dass wir am Ende vergleichen können, wie sie sich bei unterschiedlichen Bedingungen entwickeln. Außerdem sind Chilis auch sehr schöne Zimmerpflanzen, weshalb es sich auch unabhängig von der Ernteaussicht immer lohnt, ein paar solcher Pflanzen in den eigenen vier Wänden stehen zu haben.