Chilis geben unseren Speisen das gewisse Etwas. In so gut wie jeder Küche finden wir sie in Pulverform, getrocknet oder in einer Sauce wieder. Heute soll es einmal um die Bedeutung von Chilis in einem ganz anderen Bereich gehen – der eigenen Sicherheit.

Pfefferspray

Beginnen wir mit dem Pfefferspray, dem wohl bekanntesten Beispiel. Einige von euch werden es sogar selbst zu Hause haben. Die Funktionsweise ist dabei ziemlich selbsterklärend. Wenn ein Angreifer uns attackiert, können wir uns damit behelfen, ihm Pfefferspray ins Gesicht zu sprühen. Wer sich schon einmal aus Versehen mit den Händen, mit denen kurz zuvor noch scharfe Chilis geschnitten wurden, an den Augen gerieben hat, kann in etwa erahnen, welcher Schmerz damit verbunden ist, wenn eine größere Menge Capsaicin direkt auf unsere Augen trifft.

Eine vorübergehende ggf. stundenlange Erblindung und Langzeitschäden an der Hornhaut können die Folge sein. Darüber hinaus gelangt auch Capsaicin in die Nase und greift die Atemwege an. Für Asthmatiker, Herzpatienten und Leute, die unter Einfluss von Kokain stehen, kann die Situation, wenn der Wirkstoff in die Lunge gelangt, tödlich enden.[1] Aber auch sonst kann der Angreifer Atemnot und Herzrasen erleiden.

Daher lautet meine Empfehlung für die potentiellen Angreifer, auf keinen Fall Leute zu überfallen; erst recht nicht dann, wenn ihr Asthmatiker oder Herzpatienten seid oder unter Einfluss von Kokain steht.

Das ursprüngliche Einsatzziel von Pfefferspray sollte die Selbstverteidigung gegen Tiere sein.[2] In den USA und Kanada wird es beispielsweise zur Selbstverteidigung gegen Bären empfohlen. Es soll wesentlich wirksamer als der Einsatz von Schusswaffen sein.[3]

Verteidigung gegen Elefanten

Die Verteidigung gegen Tiere ist auch in ferneren Kulturen sicherheitsrelevant für gesamte Dörfer. In Indien und Afrika stellen Elefantenüberfälle eine ernstzunehmende Bedrohung dar. Es gibt zwei gängige Methoden, um Dörfer gegen Elefanten abzusichern. Die erste Methode ist der Bau von Chilifackeln, die zweite Methode ist das Chiliseil. Umliegende Felder werden von Leuten bewacht, die mit Chilikanonen bewaffnet sind.

Chilifackeln sind im Prinzip Strohfackeln, nur dass dem Stroh noch sehr scharfe Chilis wie z.B. Bhut Jolokia, beigelegt werden. Werden diese Fackeln angezündet, entsteht ein beißender Geruch, der Elefanten abschreckt und fernhält. Ebenso funktioniert das auch mit anderen Methoden, wie z.B. zerriebenen Chilis, die mit Elefantenkot und Wasser vermengt werden und zu Haufen mit einer Mulde geformt werden. In die Mulde wird ein glühendes Stück Kohle gelegt, wodurch ebenso ein beißender Geruch in der Umgebung verteilt wird.[4]

Für das Chiliseil wird ein Seil in einem Gemisch aus gemahlenen Chilis und Schmierfett getränkt und dann um das Dorf herum wie ein Stromzaun aufgespannt. Obwohl es sich hierbei lediglich um ein Seil handelt, das aus rein statischer Betrachtung nicht einmal einen Babyelefanten aufhalten könnte, reicht der Geruch aus, um die Elefanten zur Umkehr zu bewegen, ohne dass sie das Seil berühren.[5]

Können die Dörfer noch mit relativ überschaubarem Aufwand regelmäßig mit neuen Fackeln und Seilen nach außen hin abgesichert werden, gestaltet sich dies auf großen Feldern deutlich schwieriger. Die Grenzlinien sind wesentlich länger, was einen erhöhten Material- und Personalaufwand bedeuten würde, wenn hier dieselben Methoden wie zur Dorfabsicherung zum Einsatz kämen. Deshalb werden die Felder stattdessen von patrouillierendem Personal bewacht, das mit Chilikanonen ausgestattet ist. Chilikanonen sind Handfeuerwaffen mit einer Reichweite von ca. 30 Meter. Sie schießen Kugeln ab, die mit Chiliölextrakt gefüllt sind und beim Aufprall zerplatzen. Wird ein Elefant getroffen, schlägt es ihn in die Flucht.[6]

Wie ihr seht, gibt es Wege, sich vor Gefahren durch Tiere zu schützen, ohne sie dabei umbringen oder ihnen bleibende Schäden zufügen zu müssen. Chilis tragen somit einen wichtigen Beitrag dazu bei, die eigene Sicherheit unter Berücksichtigung des Artenschutzes bewahren zu können.

Quellen