Art: Capsicum annuum

Ursprung: Mexiko

Länge: 0,6 bis 1 cm

Scoville: 50.000 bis 90.000

Der Chiltepin, auch Tepin, Birdseye-Chili oder Chiltecpin genannt, gilt allgemein als die Mutter aller Chilis und kann somit als die Urform angesehen werden. Der Begriff setzt sich aus den atztekischen Begriffen „chilli“ und „tecpintl“ zusammen, was übersetzt „Floh-Chili“ bedeutet. Die Pflanzen wachsen wild in der Sonora-Wüste, die sich über die Nordgrenze Mexikos und die südlichen Gebiete Koliforniens und Arizonas erstreckt und werden dort mit Stammdurchmessern von bis zu 8 cm und einer Höhe von bis zu 2 Metern teilweise über 30 Jahre alt. Da die Früchte nicht sehr groß sind und sie sich nicht mit Erntemaschinen ernten lassen, zählen sie zu den teuersten Gewürzen der Welt. Das Problem: Bei der Zuchtform entstehen größere, weniger scharfe und weniger schmackhafte Beeren als in der freien Natur. Daher kann dieser hohe Preis nicht für die Früchte aus eigenem Anbau verlangt werden.

Die Verwendung von Chiltepin durch den Menschen geht auf einen Zeitraum von über 9000 Jahren zurück. In vielen Indianerstämmen gilt er als heilig und wird dort auch als Heil- oder Wundmittel verwendet. Die Früchte sind kugelförmig mit einem Durchmesser von bis zu einem knappen Zentimeter und wachsen an der Pflanze fast senkrecht nach oben, da sie so in der Natur ihre Verbreitung durch Vögel besser gewährleisten können. Ähnlich wie die Vogelbeeren hierzulande, die auch eine vergleichbare Größe haben sind auch diese Beeren bei den Vögeln sehr beliebt. In der Natur wachsen die Chiltepinpflanzen im Schatten von Mesquite-Bäumen. Das hat gleich mehrere Vorteile für die strauchigen Gewächse. Einerseits versorgen die Bäume die Pflanzen mit Wasser aus der Tiefe der Wüste, andererseits beherbergen die Bäume auch genau die Vögel, die die Chilis verzehren sollen.

Bei 24-30°C keimen die Chilis nach 10-28 Tagen. Im späteren Wachstumsverlauf können sie im Topf nach draußen gestellt werden. Die Umgebungstemperatur sollte 12°C nicht unterschreiten. Die Pflanzen sind strauchig verzweigt und erreichen eine Höhe von bis zu 100 cm. Die Reifezeit beträgt 90 bis 120 Tage, wobei sich die Früchte von grün nach rot verfärben.