Als ich am vergangenen Wochenende nach längerer Zeit mal wieder an mein Gewächshaus kam, wollte ich meinen Augen kaum trauen. Die Pflanzen sind seit dem letzten Mal, als ich die Bewässerung programmiert habe, regelrecht explodiert. Die Fataliis haben eine Höhe von 120 cm erreicht. In meinem Chiliprofil zur Fatalii habe ich die Beschreibung bzgl. der Wuchshöhe direkt von 80 cm auf 120 cm nach oben korrigiert. Auf die Daten aus dem Internet ist, wie ich immer wieder feststellen muss, einfach kein vollständiger Verlass.

 
Links das Gewächshaus am 29.08.2022, rechts der Stand vom 04.08.2022. In dreieinhalb Wochen kann sehr viel passieren.

Die Naga Vipers bilden mittlerweile so etwas wie eine Hecke.


Hinten rechts steht die neu zugeordnete Carolina Reaper – im letzten Beitrag habe ich sie noch fälschlicherweise als Fatalii bezeichnet.


Diese Seite verspricht den Großteil der diesjährigen Erträge.

Das betrifft, wie ich leider zugeben muss, auch meine eigenen Angaben. Bin ich von Anfang an davon ausgegangen, dass ich 3 Fataliis überwintern konnte und die Carolina Reapers aus dem letzten Jahr eingegangen sind, konnte ich zu meiner vollsten Zufriedenheit feststellen, dass es doch nur 2 Fataliis und eine Reaper waren, die den Winter überstanden haben. Es war einfach nicht mehr ganz eindeutig, da der Ertrag im letzten Jahr ausschließlich aus Fataliis bestand und die Reapers nichts getragen hatten. Nun konnte ich aber an der einen vermeintlichen Fataliipflanze zwei schrumpelig aussehende orangene Früchte sehen – die charakteristische Form der Carolina Reaper. Leider hat die Pflanze schon seit einiger Zeit dunkelgrüne Blätter, die sie nicht mehr sehr gesund aussehen lassen.


Carolina Reaper in Action. Sie muss jetzt nur noch rot werden.

Auch meine Cayenne-long-slim-Pflanzen haben aufgeholt und sind dieses Jahr sehr ertragreich. Nur sind die Cayennes unter ihrem Gewicht zur Seite auf die Habaneros gefallen. Ich habe sie wieder aufgerichtet und unter den drei großen Cayennepflanzen eine kleine gefunden, die in ihrer Größe und dem Ertrag unserer Balkonpflanze entspricht. Dadurch, dass sie weniger Licht bekam als die anderen Pflanzen quer über ihr drüber hingen, hat sie auch nicht ganz so große Früchte wie die anderen ausgebildet. Dafür waren hier bereits zwei Stück reif und alle anderen sind noch hellgrün. Einen weiteren roten Cayenne haben wir von zu Hause mitgebracht und ihn zusammen mit den anderen beiden zu Chilifäden verarbeitet. Wie das geht, werde ich euch demnächst in einem weiteren Beitrag näher erläutern.


Von den Cayennes dürfen sich die anderen Pflanzen gerne mal eine Scheibe abschneiden und ähnliche Erträge liefern.

Außer den Cayennes konnte ich auch wieder fünf Fataliis ernten. Den Pflanzen geht es gut, aber sehr ertragreich sind sie nicht. Das könnte natürlich ebenso wie beim Carolina Reaper daran liegen, dass sie bereits in das zweite Jahr bestreiten und Chilis in der Regel im ersten Jahr am ergiebigsten sind. Dafür haben sie dieses Jahr aber im Gewächshaus auch deutlich bessere Wachstumsbedingungen als letztes Jahr bei uns in der Wohnung/auf dem Balkon, wo sie ja zugegebenermaßen auch noch weniger getragen haben.

Die Habaneros bekommen nun auch endlich jede Menge Früchte. Eine davon ist riesig, die anderen wachsen noch. Alle haben gemeinsam, dass sie noch hellgrün sind und noch eine Weile brauchen bis sie erntereif sind. Noch ist aber Sommer und ich bin guter Dinge, dass das noch was werden wird dieses Jahr mit einer guten Habaneroernte.


Die wohl dickste Frucht in diesem Jahr: Habanero red

Etwas skeptischer sehe ich das bei den Naga Vipers. Bei denen bilden sich jetzt erst die ersten Blüten aus. Die Größe der Pflanzen ist mittlerweile genau wie im gesamten Gewächshaus mehr als ausreichend für eine gute Ausgangsbasis zum Früchtetragen. Leider hängt nach wie vor nicht eine Frucht an einer der Naga Vipers.


Die ersten Naga-Viper-Blüten sind da.

Dasselbe Problem habe ich mit meinem Giant Rocoto. Dabei hatte ich mich schon auf Rocoto Rellono dieses Jahr gefreut. Mit einem Rezept hierzu auf meiner Seite müsst ihr euch dann leider noch gedulden. Der Giant Rocoto auf unserem Balkon hat es noch nicht einmal zur ersten Blüte geschafft. Dadurch, dass Rocoto-Chilis als sehr rubust und langlebig zählen, wird er aber auf jeden Fall bei uns überwintern und die Ernte werden wir uns schon früher oder später noch abgreifen.