Kategorie: Tipps für den Anbau

Dampfdruckdefizit

In einem meiner vergangenen Beiträge habe ich bereits angekündigt, dass ich mich mit dem Dampfdruckdefizit noch einmal intensiver beschäftigen werde. Bei meiner Recherche ist mir aufgefallen, dass dieses Thema insbesondere in Hanfanbaukreisen viel diskutiert wird. Das ist verständlich, da hier ja auch sehr anspruchsvolle Pflanzen von der Polizei versteckt in Innenräumen aufgezogen werden. Um den Hanfpflanzen die optimalen Bedingungen bieten zu können, greift man auf die Daten zum Dampfdruckdefizit zurück.

In komplett nach außen abgedunkelten Räumen mit künstlicher Beleuchtung ist es auch am einfachsten umzusetzen, da die Luftfeuchtigkeit ohne schwankende Lichtverhältnisse gut konstant gehalten werden kann. Im Chilianbau müssen wir uns nicht vor der Polizei verstecken, weswegen wir lieber kostengünstig auf Fensterbänken und im Garten anbauen wollen – mit weit weniger oder, wenn es geht, ganz ohne künstlichem Licht.

Was ist mit dem Dampfdruckdefizit gemeint?

Das Dampfdruckdefizit, auch VPD (vapor pressure deficit) bezeichnet die Druckdifferenz zwischen dem vorherrschenden Dampfdruck und dem Dampfdruck, der bei 100% Luftfeuchtigkeit bei gleicher Temperatur erreicht wird. Die Werte werden meistens in Hekto- oder Kilopascal angegeben. Die Temperatur, die entscheidend ist, ist die des Blattes. Man kann sie mit einer Infrarotmessung ermitteln. Das Blatt sollte eins aus der obersten Blattreihe sein.

Was hat das Dampdruckdefizit nun in der Praxis mit Pflanzen zu tun?

Jede Pflanze, die Photosynthese betreibt, braucht dazu ihre Blätter. In den Blättern befinden sich Spaltöffnungen, auch Stomata genannt. Darüber nehmen sie das nötige CO2 auf. Ist jedoch der VPD-Wert zu hoch, heißt das, dass mehr Wasser aus den Blättern verdunsten würde als die Luft im Gegenzug an die Blätter zurückgibt. Um dem vorzubeugen schließen die Blätter ihre Stomata, um das Wasser nicht zu verlieren. Im Umkehrschluss bedeutet das jedoch, dass die Photosyntheseleistung zurückgeht und das Pflanzenwachstum dadurch gebremst wird.

Wenn der Wert über 3,5 kPa liegt, schließen die Stomata komplett ab und die Pflanze kann kein Wasser mehr verdunsten und keine Photosynthese mehr betreiben. Bei Werten unter 0,5 kPa ist die Luftfeuchtigkeit der Umgebung so hoch, dass das Blatt dadurch auch kein Wasser mehr durch Verdunstung abgeben kann, was unterm Strich auf dasselbe Ergebnis wie bei einem zu hohen VPD-Wert hinausläuft. Pilzbefall ist eine der daraus resultierenden Folgen.

Ideal für das Pflanzenwachstum sind Werte zwischen 0,8 und 1,2 kPa. Ein immer noch passabler Bereich ist zwischen 0,7 und 2,5 kPa. Im Wachstumsstadium sollte der Wert eher unter 1, in der vegetativen Phase um 1 herum und ab der Blütezeit über 1 liegen. [1] Bei kleineren Werten ist die Luftfeuchtigkeit geringer, was zwar gut für Keimbildung ist, jedoch keimen auch Sporen und andere Schädlinge besser, was unsere Pflanzen krankheitsanfälliger macht. Daher ist es besser, wenn die Umgebungsluft, wenn die Pflanze kräftiger wird eher Feuchtigkeit entzieht als abgibt, da unsere Pflanzen dann immer noch sehr gut zurecht kommen, aber ein heranwachsen für Schädlinge auf diese Weise erschwert wird. [2] [3]

Wie ich eingangs beschrieben habe, stammen die meisten VPD-Tabellen, die ihr im Internet finden könnt, aus dem Cannabisanbau, jedoch ist die Physik hinter der Berechnung unabhängig von der Pflanze. Daher könnt ihr davon ausgehen, dass ihr die in den Tabellen markierten Idealwerte nicht nur auf Hanfpflanzen, sondern genauso gut auf Chilis und jede andere Pflanze anwenden könnt.

VPD-Chart – der rote Bereich ist ist zu vermeiden, optimal ist der blaue Bereich. Quelle: DimLuxLighting.com

Obwohl die Zusammenhänge von Vegetation und dem VPD bereits lange bekannt sind, wird erst jetzt begonnen, verstärkt Technik und computergesteuerte VPD-Überwachung von Gewächshäusern einzusetzen. Euch kann ich das eher nicht empfehlen, da die notwendige Technik sehr teuer ist und es auch dann noch schwierig ist, die optimalen Werte zu erreichen. Allein in dunklen Indoor-Plantagen können die Werte gut relativ konstant gehalten werden, da äußere Einflüsse wie die Sonneneinstrahlung nur sehr verzögert Einfluss auf die Temperatur in diesen Bereichen hat und die Technik dadurch schnell genug reagieren kann.

Gerade die teure Technik sollte sich am Ende gegenüber dem Ernteertrag auch einigermaßen rechnen. Da für Cannabis auf der Straße vergleichsweise sehr hohe Preise gezahlt werden, wissen wir, warum das Dampfdruckdefizit ausgerechnet in der Cannabiswelt so bekannt ist. In der Botanik ist es eher ein Thema für wissenschaftliche Arbeiten, wobei sich auch die Verfasser von Klimastudien zur globalen Vegetationsentwicklung bereits auf die Aussagekraft des VPD stützen. [4]

Quellen

Schutz der Chilis vor Fressfeinden

In einem meiner letzten Beiträge habe ich darüber berichtet, wie Chilis uns schützen können – diesmal wird der Spieß einmal umgedreht und wir schauen, was ihr tun könnt, um eure Chilis zu schützen.

Die erste Frage, die sich uns stellt: Wer sind überhaupt die Fressfeinde?

Zugegebenermaßen sind nicht alle die Fressfeinde der Pflanzen, sondern teilweise auch einfach nur unsere Konkurrenz. Die Pflanzen wollen ja, dass ihre Früchte gegessen werden. Damit wir aber selbst auch reichlich davon abbekommen, müssen wir diese Tiere also auf Abstand halten. Die Tiere, die wir dabei im Blick haben müssen, sind die Schnecken, die Raupen und die Vögel. Bei den Schnecken und Raupen sind uns die Pflanzen aber für jeden Schutz dankbar, da sich diese sowohl die Früchte, als auch die Blätter gerne schmecken lassen.

Eine spanische Wegschnecke auf dem Weg zur nächsten Chilipflanze. Quelle: Wikipedia

Schnecken können Chilis auf über bis zu 50 Meter Entfernung weit riechen und machen sich zielgerichtet auf den Weg. In einer Nacht können sie 25 Meter zurücklegen, was zwar einem Schneckentempo entspricht, dieses aber weitere vorbeugende Maßnahmen erforderlich macht. Ein reines Absuchen des umliegenden Bereichs verbunden mit einer Umsiedlung der gefundenen Schnecken dürfte also viel zu mühselig sein, zumal das regelmäßig durchgeführt werden müsste und der Bereich viel zu groß ist. Bei den meisten deutschen Gärten müssten auch die Nachbargrundstücke überwacht werden…

Es gibt zum Glück auch andere Maßnahmen, die den Pflanzen die Schnecken vom Leib halten können. Dazu ist auch gut zu wissen, dass 90% aller Fressschäden an Pflanzen auf die spanische Wegschnecke zurückzuführen sind, wodurch manche Maßnahmen sich weniger eignen, auch wenn sie gegen alle anderen Schneckenarten helfen. Die spanische Wegschnecke ist nämlich eine sehr schleimige Nackschneckenart, die selbst den Hauptfressfeinden der Schnecken – den Laufenten und Igeln zu schleimig sind.[1] Daher führt die Suche nach Unterstützung durch eben diese Tiere nur bedingt zum Erfolg.

Blumentöpfe und Beetumrandungen können mit einem Schutzanstrich angestrichen werden, welcher die Oberfläche für die Schnecken zu glatt macht. Sie finden dann deutlich schlechteren Halt. Selbstklebende Kupferfolie bringt den gleichen Effekt.

Um die Chilis herum wächst am besten kein hohes Gras, sodass die Schnecken sich nicht darin verstecken können. Gleichzeitig empfiehlt sich der Einsatz von Hemmschwellen wie Sägespäne, Wolle, Kalk oder andere Barrieren, die von Schnecken nur schwer überwunden werden können.[2]

Ein möglichst sonniger Platz ist sowieso für die meisten Chilis wünschenswert. Wenn das gegeben ist, ist dieser Bereich für Schnecken umso weniger behaglich, da sie sich lieber in einem kühlen, dunklen und feuchten Umfeld aufhalten. Es ist also gut, wenn ihr statt abends morgens gießt, damit die Erde gerade dann, wenn es dunkel ist, auch am trockensten ist.[3]

Nicht zu verwechseln mit einer Eule – die Gemüseeule… Quelle: Wikipedia

Ein Kind der Gemüseeule – die Erdraupe der Gemüseeule. Quelle: Wikipedia

Raupen sind ebenfalls bekannt dafür, dass sie sich gerne durch Früchte durchfressen. Insbesondere die Raupen der Gemüseeule – einer in Europa weit verbreiteten Falterart – erfreuen sich ebenso wie wir besonders am Geschmack von Chilis. Damit die Raupen nicht auf unseren Pflanzen schlüpfen, kann es bereits helfen, mit Insektennetzen zu arbeiten. Denn diese Netze sind kein Ort für die Falter, auf denen sie ihre Eier ablegen würden. Auf diese Weise können sie zumindest für den Anfang erst einmal fern gehalten werden.

Eine weitere ökologische Möglichkeit, die Raupen von Chilis fernzuhalten, ist das gezielte Umsetzen der Raupen von den Chilipflanzen auf andere Futterpflanzen wie z.B. Brennnesseln. Auch der Boden um die Chilipflanzen herum sollte dabei gründlich abgesucht werden.

Am Ende müsst ihr alle selbst wissen, inwieweit der Aufwand der Maßnahmen tatsächlich im Verhältnis zum Grad des Schädlingsbefalls steht. Wenn ihr eine Raupe gefunden habt, müsst ihr noch nicht direkt alles umgraben. Wenn allerdings gar nichts mehr hilft und die Invasion ein Maß angenommen hat, das ihr nicht mehr kontrollieren könnt, so führt kein Weg an Pheromonfallen zur Verhinderung einer Paarung durch die Nachteulen oder dem Aufspritzen von Bacillus-thuringiensis-Präparaten gegen den massiven Raupenbefall als allerletztes Mittel vorbei. Ein Ökosiegel würdet ihr in diesem Fall aber nicht mehr für eure Chilis erhalten.[4][5]

Sieht einer Eule schon ähnlicher als die Gemüseeule, aber ist in diesem Fall ein Spatz. Er hat wie die anderen heimischen Vögel kein nennenswertes Interesse an unseren Chilis mit einigen Ausnahmen. Quelle: Wikipedia

Jeder, der sich bereits etwas näher mit dem Thema Chilis auseinandergesetzt hat, weiß bereits, dass die Natur vorsieht, dass die Vögel die Chilis essen sollen, um sie dann zu verbreiten. Tatsächlich ist dieser Effekt in Deutschland allerdings bei unseren heimischen Vogelarten kaum zu beobachten. Ich für meinen Teil hatte noch nie den Fall, dass ein Vogel sich an meinen Chilis zu schaffen gemacht hat und auch wenn ich die deutschen Foren nach diesem Thema durchforste, ergibt sich die Erkenntnis, dass eher die Zuchtvögel wie Hühner oder Papageien als unsere Wildvögel interessiert an diesen Beeren sind. Das kann daher kommen, dass Chilis in Deutschland selbst nur Zuchtpflanzen sind und daher unseren wildlebenden Vögeln fremd sind. Einzig die ganz kleinen Chilisorten und die nach oben wachsenden Chilis scheinen für unsere Vögel interessant zu sein.

In diesem Fall helfen natürlich auch wieder Netze bestens, aber auch die Aufzucht der Chilipflanzen in einem Gewächshaus hält die Vögel reichlich auf Abstand. In den meisten Fällen braucht ihr euch aber keine Sorgen wegen der Vögel zu machen. Die haben andere Vorlieben wie Insekten, Würmer und Körner. Bleibt nur zu hoffen, dass sie uns noch genügend Bienen übrig lassen.

Quellen

Chilis keimen nicht

Wir alle denken schon bei der Beschaffung der Samen an die leckeren reifen scharfen Früchte, die die Chilipflanzen später mal hervorbringen werden. Auf dem Weg dahin ist aber Geduld gefragt und meistens läuft am Ende nicht alles so, wie wir es uns zu Beginn vorgestellt haben.

Die erste Hürde, die zu überwinden ist, ist die Keimung der Samen. In diesem Zusammenhang fällt häufiger der Begriff der Keimrate, der den prozentualen Anteil der gekeimten Chilis im Verhältnis zu den ausgesäten meint. Nicht aus jedem Samen entsteht eine Pflanze, aber was könnt ihr machen, um die Keimungen zu begünstigen?

Bei mir sind bisher 6 von 9 Sorten aufgegangen. Auf die Bhut Jolokia orange, die 7 Pot Brainstrain red und die Vicentes Sweet Habanero warte ich noch immer. Die Aussaat ist jetzt zweieinhalb Wochen her, also habe ich auch noch ein Zeitfenster, in dem noch was passieren kann. Erst nach einem Monat fange ich langsam an, die Sache aufzugeben.

Was sind die Gründe? Welche Bedingungen könnten angepasst werden, um das bestmögliche Ergebnis der Keimung zu erzielen? Dazu werfen wir zunächst einmal einen Blick auf die Theorie.

Chilis sind Dunkelkeimer. Das heißt, sie keimen nur, wenn es dunkel ist. kurzwelliges Licht wirkt keimhemmend, weswegen die Samen nicht zu dünn mit Erde bedeckt sein sollten.[1] Dunkelrotes, langwelliges Licht kann die Erde durchdringen und wird auch für die Keimung benötigt.[2]

Darüber hinaus sind Wasser, Wärme und Sauerstoff wichtig, um die Keimung zu bewirken.

Mit zu wenig Wasser quellen die Samen nicht ausreichend auf. Deswegen bietet sich hier an, die Samen 24-48 Stunden vor der Aussaat in warmem Wasser oder besser Kamillentee einzulegen. Aber auch nach der Aussaat solltet ihr den Boden ausreichend feucht halten, denn wenn die Samen zu trocken sind, ist eine Keimung gar nicht möglich. Genauso sollte es nicht zu nass werden – insbesondere muss Staunässe vermieden werden, damit sich kein Schimmel bildet.

Ein über längere Zeit andauernder Temperaturbereich von ca 22-30°C gibt dem Chilisamen die Sicherheit, dass die Rahmenbedingungen für die Keimung und auch das anschließende Wachstum passend sind. Ist das nicht gegeben, bleibt der Samen verschlossen.

Zu guter Letzt muss Sauerstoff an den Samen gelangen. Sind die Samen zu fest angedrückt oder befinden sich in zu dichter Erde, haben Samen keine Chance, den nötigen Sauerstoff für den Abbau der Reservestoffe nutzbar zu machen. Nur so kann der Stoffwechsel eingeleitet werden.

Wenn die Samen schließlich keimen, bilden sich erst die Wurzeln und dann der Spross. Teilweise trägt der Spross die Samenschale mit seinen Keimblättern nach oben. Das sieht dann nicht ganz normal aus, ist aber auch nicht weiter schlimm.

Mein Chiltepinkeimling mit Samenschale an den Keimblättern. Die Schale wird bald auch noch abfallen.

Die Keimblätter betreiben so lange Photosynthese für die Chilipflanzen bis die ersten echten Blattpaare gewachsen sind. Dann bilden sich die Keimblätter langsam zurück und überlassen den anderen Blättern die komplette Aufgabe des Stoffwechsels.[3]

Wir können daraus den Schluss fassen, dass wir die Samen am besten ein oder zwei Tage einweichen, nach der Aussaat feucht halten, aber nicht zu stark wässern. Sind die Samen bereits ausgesät, würde ich sie nicht nochmal ausbuddeln und einlegen, weil die ja jederzeit trotzdem mit der Keimung beginnen können. In der Regel dauert es nur ein paar Tage länger, solange sie ausreichend viel Wasser haben.

Bei der Aussaat dürfen die Samen weder mit zu viel, noch mit zu wenig Erde bedeckt werden. Optimal sind ca. 0,5 cm unter der Erde. Außerdem dürft ihr die Erde nicht zu fest andrücken, damit die Samen Sauerstoff bekommen. Ein bisschen angedrückt sollte die Erde trotzdem werden, damit die Wurzeln auch einen festen Halt finden können.

Dann könnt ihr prüfen, ob die Bodentemperatur für die Samen im angemessenen Temperaturbereich liegt. Ist es zu warm, könnt ihr etwas zwischen die Heizmatte und den Anzuchtkasten legen, wodurch der Abstand zwischen Wärmequelle und Samen vergrößert bzw. die Wärmeübertragung leicht abgeschirmt wird. Wenn die Temperatur zu niedrig ist, reicht die Wärmeleistung der Heizmatte möglicherweise nicht aus. Dann sucht ihr euch, wenn es geht, einen Fensterplatz über einer Heizung oder investiert in eine neue Heizmatte, die leistungsfähiger ist. Manche Heizmatten können auch reguliert werden. Da könnt ihr das dann auch einfach so einstellen, wie ihr es braucht.

Wenn ihr die Samen in Blumenerde ausgesät habt, wird das der Grund sein, warum die Chilis nicht keimen. Ihr habt dann nämlich das falsche Kultursubstrat verwendet. Wenn ihr mehr über die richtige Erde für die Aussaat erfahren wollt, schaut euch gerne noch mal meinen Beitrag dazu an. Dort habe ich euch alles wichtige zusammengetragen.

Alles richtig gemacht und trotzdem noch nichts passiert? Das gibt es immer. Es ist sehr ärgerlich, wenn es gleich alle Samen einer Sorte betrifft, aber nicht jeder Samen ist keimfähig. Vielleicht wurden die Früchte, aus denen die Samen stammen, zu früh geerntet oder sie sind zu feucht oder zu hell gelagert worden. Wenn Samen bereits mehrere Jahre alt sind, sinkt auch die Wahrscheinlichkeit für eine erfolgreiche Keimung. Ich hatte in all den Jahren, solange ich schon Chilis anbaue, noch nie eine hundertprozentige Keimrate bei irgendeiner Sorte erlebt. Sie bewegt sich, wenn es gut läuft, meistens eher im Bereich von 70-80%. Von daher ist das ganz normal, dass nicht aus allen Samen etwas wird.

Am Ende kann ich euch nur noch nahelegen, euch in Geduld zu üben. Wie ich eingangs erwähnt habe, gebe ich Chilis ab einem Monat langsam auf. Aus Erfahrung kann ich aber sagen, dass es immer noch ein Exemplar geben kann, was erst nach anderthalb oder zwei Monaten als Nachzügler zum Vorschein kommt. Von daher empfehle ich euch, solange ihr die Anzuchtkästen oder die Fensterbank nicht für andere Dinge braucht, einfach regelmäßig weiterzugießen, wenn ihr die Hoffnung noch nicht aufgeben wollt. Vielleicht ist ja auch das Wurzelwachstum bereits im vollen Gange, nur der Spross kommt noch nicht ans Licht…

Quellen

Den Anzuchtkasten richtig lüften

Die meisten Anzuchtkästen haben Lüftungsöffnungen im Deckel, die geöffnet, geschlossen oder irgendwie dazwischen eingestellt sein können. Wie stellt ihr das also am besten ein und braucht ihr einen neuen Anzuchtkasten, wenn der, den ihr habt, keine Möglichkeit der Öffnung bietet?

Grundlegend kann man erstmal sagen, dass Schimmelbildung unterbunden wird, wenn regelmäßiger Luftaustausch stattfindet. Genauso können die Temperaturschwankungen, die durch starken Lichteinfall im Wechsel mit Dunkelheit für die Pflanzen schädlich sein können, abgedämpft werden.[1] Am besten hierfür würde sich daher anbieten, den Deckel einfach komplett wegzulassen. Dann hättet ihr die maximal mögliche Belüftung. Das Problem hierbei ist naheliegend. Ihr braucht den Deckel, um das nötige Mikroklima für die Chilis zu halten, was aus einer hohen Luftfeuchtigkeit (60-70%) und warmer Umgebungsluft (24-28°C) besteht.[2]

Wer ein helles Badezimmer hat, kann auch den Deckel weglassen, wenn er dort die Fensterbank für die Aufzucht verwenden kann, da Badezimmer in der Regel die wärmsten Räume des Hauses sind und mit ihrer Luftfeuchtigkeit auch den Ansprüchen der Chilis gerecht werden. Jeder, der die notwendigen Kriterien auch in anderen Räumen erfüllt, sollte sich ggf. Gedanken über sein Lüftungsverhalten oder die Anschaffung eines Raumluftentfeuchters machen, jedoch könnte derjenige dann natürlich auch auf die Abdeckung bei der Chilianzucht verzichten.

Ich habe in meiner Wohnung keinen geeigneten Raum, also bin ich weiter auf die beheizten abgedeckten Anzuchtkästen angewiesen wie vermutlich viele andere von euch auch. Durchgängiges Geschlossenhalten der Anzuchtkästen ist schlecht wegen der Schimmelbildung und der Temperaturextreme; durchgängiges Weglassen des Deckels verhindert unser gewünschtes Mikroklima für die Pflanze. An dieser Stelle kommen unsere Lüftungsöffnungen in den Deckeln zum Einsatz. Diese sorgen dafür, dass eine Luftzirkulation stattfinden kann, ohne dass sich die Luftfeuchtigkeit sofort an die Raumfeuchtigkeit anpasst. Es entsteht also eine Zirkulation, die je nach Öffnungsgröße unterschiedlich stark ausfällt. Trotzdem bleibt dabei die meiste Luft im Behälter.

Empfohlen wird, die Schlitze entweder mindestens zwei Stunden täglich voll zu öffnen und dann wieder zu schließen [3] oder durchgängig zu lüften mit teilweiser Öffnung der Lüftungsöffnungen. Von der Größenordnung hieße das am Beispiel eines Anzuchtkastens wie ich ihn auch zweimal habe, dass die Schlitze mit den Schiebern jeweils 5 bis 10 Millimeter weit geöffnet werden sollten. [4]

Vergleich: ganz links 0,5 cm geöffnet, daneben 1 cm geöffnet, der rechte Anzuchtkasten ist voll geöffnet. Am besten nicht zu lange voll öffnen, damit die Luftfeuchtigkeit für die Chilis nicht dauerhaft zu gering ist und wieder ansteigen kann

Die zwischenzeitige starke Belüftung hat den Vorteil, dass die meiste Zeit eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit im Anzuchtkasten aufrecht erhalten werden kann, die zu den Lüftungszeiten deutlich abfällt. Dafür fordert dies mehr Disziplin, regelmäßig zu öffnen und zu schließen.

Die andere Variante ist mit deutlich weniger Aufwand verbunden, aber hat durch die durchgängige Öffnung eine niedrigere Luftfeuchtigkeit im Anzuchthaus zur Folge, was ggf. ein langsameres Wachstum zur Folge haben kann. Teilweise haben die Anzuchtkästen zusätzliche Löcher, die auch bei geschlossener Schieberstellung für eine sehr geringe Mindestbelüftung sorgen.

Wenn ihr diese bei euch nicht gegeben habt, solltet ihr – egal für welche Variante ihr euch entscheiden solltet – die Lüftungsschieber niemals komplett schließen, da ihr sonst die besten Bedingungen für Schimmelbildung schaffen würdet. Ab dem Zeitpunkt, wo die ersten Keimlinge ans Licht kommen, brauchen Pflanzen zudem wie wir Menschen regelmäßig Frischluft, um Photosynthese betreiben zu können. Wenn der Raum komplett abgeschlossen ist, sinkt die CO2-Konzentration kontinuierlich ab, wodurch die Pflanzen langsamer wachsen. Generell sollte daher jedes Gewächshaus durchgängig belüftet werden. [5]

Seitliche unverschließbare Belüftungslöcher

Für einen richtigen Luftwechsel sollte der Deckel zudem einmal täglich für 10-30 min komplett abgenommen werden. Im Gartenjournal werden sogar 1-2 Stunden täglich empfohlen. [6] Die Werte fallen sehr unterschiedlich aus. Das liegt vor allem daran, dass es sich bei allem hier um Faustregeln handelt. Spätestens wenn die Keimlinge aus dem Boden sprießen und die Pflanzen größer werden, muss immer mehr gelüftet werden. Die nötige Lüftungsdauer ist von sämtlichen Faktoren abhängig, die die Luftfeuchtigkeit im Kasten beeinflussen – von der Oberfläche des Kultursubstrats und der Pflanzen über das Luftvolumen, die Größe der Öffnungsschlitze, die Temperatur, die Wassermenge im Anzuchtkasten, die klimatischen Bedingungen im Zimmer und vieles andere mehr.

Daher empfehle ich euch, euch einfach an die von mir beschriebenen Faustregeln zu halten. Zu Beginn nach der Aussaat täglich ca. 30 Minuten die Haube abnehmen und sobald die Keimlinge sprießen von einer Stunde täglich auf zwei Stunden langsam steigern. Das sind natürlich auch keine fixen Werte, also braucht ihr euch da nicht jedes Mal extra die Uhr nach zu stellen. Am Ende ist alles eine Sache der Erfahrung und mit den Jahren findet jeder seinen eigenen Weg, der am besten funktioniert.

Wenn ihr es ganz genau nehmen wollt, dann bringt ihr einen Temperatur- und Luftfeuchtigkeitssensor in eurem Anzuchtkasten an. Ihr könnt dann die Lüftungsschlitze genau so einstellen, dass ihr am Ende die Luftfeuchtigkeit bekommt, die ihr haben wollt. Jedoch dürfte die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit trotzdem immer schwanken, je nachdem wie die Zimmertemperatur und die Luftfeuchtigkeit im Zimmer schwankt, ob gerade das Licht an oder aus ist, bzw. die Sonne scheint oder nicht und wann ihr das letzte Mal wie viel Wasser nachgegossen habt.

Ich gehe davon aus, dass es mal ganz interessant sein kann, aber die Extraarbeit, die ihr euch dabei macht, wird sich wahrscheinlich nicht wesentlich positiv oder negativ auf das Endergebnis auswirken. In der Natur, wo die Chilis wild wachsen oder auf Plantagen angebaut werden, gibt es nämlich auch durchgehend Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen.

Für die optimalen Werte der Luftfeuchtigkeitswerte in Abhängigkeit von der Temperatur gibt es trotzdem jede Menge VPD-Tabellen im Internet. Die Werte, die ihr in den unterschiedlichen Tabellen ablesen könnt, variieren jedoch teilweise sehr, weswegen ich noch nicht hundertprozentig davon überzeugt bin. VPD steht für „vapor pressure deficit“. Betrachtet wird dabei entsprechend das Dampfdruckdefizit in den Blättern im Vergleich zur Umgebung.[7] Was das genau ist, wie es bestimmt wird und was das insbesondere für unsere Chilizucht bedeutet, werde ich in einem anderen Beitrag näher erläutern.

Und was ist nun mit dem unbelüfteten Anzuchtkasten?

Wer keine Lüftungsöffnungen an seinem Anzuchtkasten hat, braucht natürlich keinen neuen. Es geht einzig und allein darum, Möglichkeiten der Belüftung zu schaffen und diese sind bei den einen Kästen integriert und bei den anderen nicht. Da, wo diese nicht integriert sind, könnt ihr z.B. Streichhölzer oder Zahnstocher auf die Auflagefläche der Schale legen, damit zwischen Deckel und Schale Luft hindurchströmen kann.[8] Wenn ihr das nicht wollt, solltet ihr mehrmals täglich den Deckel für jeweils 10 Minuten abnehmen, um den fehlenden Luftaustausch ausgleichen zu können. Die Bastler unter euch finden sicher auch noch andere kreative Wege, wie das Problem mit dem fehlenden Lüftungsschlitz beseitigt werden kann.

Einige von euch werden sogar gar keinen Anzuchtkasten verwenden, sondern die Chilipflanzen in einem Blumentopf ausgesät und dann mit Frischhaltefolie abgedeckt haben. Das ist die absolute Low-Budget-Variante, die aber deswegen nicht weniger effektiv sein muss. Wichtig ist hierbei nur, dass ihr ein paar kleine Löcher in die Folie piekst, aber dann auch hier täglich einmal die Folie abmacht, um alles einmal komplett zu belüften.

Zu guter Letzt heißt es, wenn ihr euch immer noch unsicher seid, dass ihr lieber etwas mehr lüftet als zu wenig. Dass die Bedingungen für den Chili nicht perfekt, sondern nur nahezu perfekt sind, ist das weitaus kleinere Übel als wenn die Pflanze am Ende gegen Schimmel ankämpfen muss.

Quellen

Die richtige Erde zum Aussäen

Die richtige Zeit, Chilis auszusäen ist noch nicht verstrichen. Zur Überbrückung der Zeit beschäftigen wir uns heute mit dem Thema Aussaat. Die erfahrenen Züchter unter euch werden es vermutlich schon lange so gemacht haben, aber es ist wichtig für all jene, die frisch anfangen und bereits in der ersten Saison einen Erfolg erzielen wollen. Wie ich in meinem letzten Beitrag geschrieben habe, habe ich für die Aussaat Kokosquelltabletten und Aussaaterde verwendet. Im Folgenden möchte ich mit euch ein bisschen tiefer in diese Materie einsteigen.

Zunächst will ich erstmal erläutern, wieso die Aussaat von Chilisamen in Blumenerde keine so gute Idee ist. Blumenerde wird verwendet, um Pflanzen einen dichten, nahrhaften Boden zu bieten. Allerdings erst dann, wenn die Pflanzen schon etwas größer sind. Für Keimlinge wird diese Erde jedoch zum Problem. Die Keimlinge in der Blumenerde können kaum Wurzeln ausbilden, da ihre Wurzeln noch zu zart sind und in dem vorgedüngten Boden direkt verbrennen.[1]

Auch sonst haben die jungen Pflänzchen wenig Anreiz dazu, ein großes Wurzelsystem aufzubauen, wenn ausreichend Nährstoffe in direkter Umgebung vorhanden sind. Statt Wurzeln auszubilden nutzen sie ihre Energie also, um in die Höhe zu wachsen. Generell sollte jedoch immer eine Balance gewahrt werden zwischen oberirdischem und unterirdischem Wachstum, damit die Pflanze auch in jeder Wachstumsphase ausreichend sowohl mit Licht, als auch mit Nährstoffen versorgt wird.

Durch den nährstoffreichen Boden findet außerdem auch immer Leben in den Blumentopf. Ich rede hier nicht unbedingt von Regenwürmern oder Insekten, auch wenn das auch nicht ganz ausgeschlossen wäre, so etwas zu finden, sondern von anderen Pflanzensamen und Keimlingen, die selbst auch ein Interesse am eigenen Wachstum haben. Diese sind in der gekauften Erde oft bereits vorhanden und können schnell zur Konkurrenz für unsere Chilipflanzen werden, weswegen wir die lieber erst dann mit dabei haben, wenn unsere Pflanzen schon größer und stärker sind.

Die Dichte der Blumenerde ist problematisch, da Wasser schlechter abläuft und die höhere Bodendichte auch eine höhere Nährstoffdichte zur Folge hat und somit dieses Problem sozusagen damit verschärft wird.

Mit diesem Wissen beschäftigen wir uns also nun mit der Aussaaterde. Anzuchterde ist übrigens genau dasselbe, also lasst euch hier nicht durch die verschiedenen Begrifflichkeiten verwirren. Anders als die Blumenerde zeichnet sich die Aussaaterde mit einem deutlich geringeren Nährstoffgehalt und einer wesentlich geringeren Dichte aus. Das hat den Vorteil, dass nun im Gegensatz zur Blumenerde die Keimlinge gezwungen sind, ihre Wurzelsysteme weiter auszubauen, um überhaupt an die nötigen Nährstoffe zu gelangen. Dadurch, dass der Boden so locker und auch arm an Nährstoffen ist, treffen die Pflanzen dabei auch kaum auf Widerstand. Im Vergleich zu einer Jungpflanze, die in Blumenerde gezüchtet wurde, hat diese Pflanze nun mit dem ausgeprägteren Wurzelsystem einen großen Vorteil, wenn beide umgetopft dieselben Bodenbedingungen vorfinden.

Was solltet ihr beachten?

Zu Beginn reicht es, die Samen auf engem Raum mit Abständen von 2 cm auszusäen. Für alle Chilis gilt, dass die Samen etwa einen halben bis einen Zentimeter unter der Oberfläche liegen sollten. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten:

Eine Möglichkeit ist, dass man hierfür z.B. mit einem Bleistift oder einem Pikierstab kleine Löcher in die Aussaaterde bohrt, die Samen in den einzelnen Löchern platziert und die Löcher wieder schließt. Eine andere Möglichkeit ist, den Blumentopf nur bis fast oben hin mit Aussaaterde zu füllen, dann die Chilisamen so zu verteilen wie man es am liebsten will und anschließend den letzten halben Zentimeter Erdschicht darüber zu verteilen. Diese Variante habe ich dieses Jahr gewählt, die letzten Jahre habe ich die Löcher gebohrt. Beide Varianten werden funktionieren. In beiden Varianten solltet ihr daran denken, den Boden etwas anzudrücken und natürlich alles mit warmem Wasser zu gießen.

Und was hat es nun mit diesen Kokosquelltabletten auf sich?

Mit Kokosquelltabletten könnt ihr den Samen einen anderen Boden mit geringer Nährstoffdichte bieten. Sie bestehen aus gepressten Kokosfasern, sind in etwa 5mm dick und haben einen Durchmesser von etwa 3,5cm. Entsprechend könnt ihr passend dazu auch Anzuchtkästen finden, die viele kreisförmige Kulen mit einem minimal größeren Durchmesser haben. Diese sind wiederum alle über Minikanäle miteinander verbunden. Die Kästen haben selbst keinen eigenen Abfluss, wie man es von Blumentöpfen kennt, jedoch ist das auch nicht notwendig, da die Tabletten in Verbindung mit Wasser aufquellen und dann auf etwa 3cm Dicke anwachsen. Zur Seite hin sorgen Zellulosefasern dafür, die runde Form beizubehalten.

Mit etwa 5 mm unterhalb der Oberfläche liegen die eingesetzten Chilisamen weit genug über dem Boden. Staunässe kann dadurch eigentlich nicht zum Problem werden, solange ihr es mit dem Wasserpegel nicht übertreibt.

meine Kokosquelltabletten zwei Tage nach der Aussaat – in jeder von ihnen sitzt ein Chilisamen

Ein Nachteil im Vergleich zur Aussaaterde besteht darin, dass die Fasern zwar eine noch geringere Dichte aufweisen, aber aufgrund der Faserstruktur für den Keimling schwerer durchwurzelbar sind. Genauso ist es aus demselben Grund auch später nicht mehr möglich, die Pflanze verletzungsfrei aus dem Fasernetz zu pikieren. Außerdem trocknen die Fasern schneller aus als die Aussaaterde und jede Tablette kann nur einen Samen aufnehmen, was am Ende einen größeren Platzaufwand während der Anzucht zur Folge hat.[2]

Die Vorteile hingegen liegen in der einfacheren Lagerung und Logistik, da die Tabletten in der Packung tatsächlich nur sehr wenig Platz wegnehmen. Auch die zugehörigen Anzuchtkästen lassen sich gut ineinander stapeln.

Was es noch zu beachten gibt

Die Quelltabletten müssen zunächst mit viel warmem Wasser übergossen werden bis sie auch zur vollen Größe angewachsen sind. Dann können die Chilisamen einzeln in die vorgegebenen Löcher gegeben werden. Dabei sollten die Samen nicht zu nah unter der Oberfläche liegen. Mit einem Zahnstocher oder einem Pikierstab sollte hier noch einmal nachgeholfen werden, dass das Samenkorn auch etwas weiter nach unten und auch fester angedrückt wird. Danach schiebt man mit zwei Fingern die Erde über den Löchern zusammen, sodass die Samen abgedunkelt sind.

Beim Umtopfen der Pflanzen im Kokossubstrat sollte die Zelluloseschicht am Rand mit einem Messer aufgeschnitten werden, um der Pflanze mehr Entfaltungsspielraum zu bieten. Die Kokosfasern selbst werden zwar mit umgetopft, aber bauen sich nach einiger Zeit vollständig biologisch ab, sodass man sich hier keine Sorgen zu machen braucht, ob evtl. zu viele Wurzeln im Kokosnetz gefangen sein könnten und das Wachstum dadurch eingeschränkt ist.

Da wir Chilis nach Bildung des zweiten Blattpaares ohnehin umtopfen wollen, brauchen wir keinen Dünger einzusetzen. Ansonsten wäre dies nach dieser Zeit nötig, da Mikroorganismen irgendwann beginnen, die Kokosfasern zu zersetzen und dem Substrat somit Stickstoff entziehen. Der Boden, in den die Pflanzen dann jedoch umgetopft werden, wird die eingangs beschriebene Blumenerde sein, die dann die nötigen Nährstoffe zu bieten hat. Der Einsatz von Dünger muss gerade zum Anfang unbedingt nur vorsichtig erfolgen, da er den Pflanzen schnell mehr schaden als helfen kann. 

Sowohl auf die richtige Auswahl der Blumenerde für Chilis, als auch auf die richtige Anwendung von Dünger werde ich bei Gelegenheit in zwei anderen Beiträgen nochmal genauer eingehen.

Ob also nun Aussaaterde oder Kokosquelltabletten – Am Schluss ist es eine persönliche Entscheidung. Die Pflanzen werden in beiden Fällen genug Wurzeln bilden und gedeihen, um ausreichend auf den Ernst des Chililebens, der mit dem ersten Umtopfen beginnt – vorbereitet zu sein. Ob und wie groß die Unterschiede sein werden, wie sich die Pflanzen im Laufe der Zeit je nach Aussaatmedium bei gleicher Behandlung entwickeln, werde ich anhand meiner eigenen Zucht in ein paar Wochen für euch auswerten können.

 

Quellen